Die Woche: Kulturzentrum bedroht, Sojasnack, Trockenheit & Einsamkeit

Neuigkeiten von der Tante
 
Neu: Sojaknabbergebäck
Auch die Knabberbegeisterten unter euch dürfen sich freuen. Ab sofort führen wir von Bode Naturkost einen würzigen Knabber-Snack aus fettfrei gerösteten Sojabohnen mit glutenfreier Sojasoße gewürzt. Der österreichische Soja-Snack mit Biss und fein nussiger Note – jetzt bei uns im Laden!
 
Unverpackt in der Krise
Als wir 2016 unsere Pforten für euch geöffnet haben, waren wir noch eine Boom-Branche: immer mehr Unverpacktläden haben in Deutschland ihr Glück versucht. Waren wir vielleicht der zwanzigste Laden in Deutschland, noch vor Köln und Düsseldorf, sind es jetzt gut 500 Läden. Aber Corona und die Ereignisse in der Ukraine machen den Läden zu schaffen: dieses Jahr haben schon über 40 Läden ihre Ladenpforten für immer geschlossen. Auch unsere Mitbewerber in Windberg und Neuss schließen. Bei uns hingegen sieht es aufgrund unseres gemeinwirtschaftlichen Ansatzen weiterhin gut aus, wir verzeichnen stabile Umsätze. Das liegt an einer starken Mitgliederbindung und wahrscheinlich auch an unseren günstigen Preisen, denn in Krisen sind die Menschen preisbewusster. Ein Lichtblick: Deutschlandweit sind über 150 Läden in Planung. Vielleicht schaut sich der ein oder andere Laden auch mal das Konzept von Tante LeMi an, denn wir können eine kleine Geschichte des Gelingens erzählen.
 
Offene Vorstandssitzung – sei dabei!
Interessierten Mitgliedern möchten wir eine Plattform bieten, sich am Vereinsdiskurs zu beteiligen, Ideen oder Projekte vorzustellen, Kritik zu üben oder einfach mal hineinzuschnuppern in die Vereinsorga. Nächster Termin: 21. Oktober, 18 Uhr. Mit Anmeldung
 

Termine

 

MONTAG, 03.10.: Kino – „Vikram Vedha“ hindi version

Für Kurzentschlossene: Vikram Vedha ist ein Action-Thriller, in dem sich der knallharte Cop Vikram und der gefürchtete Gangster Vedha gegenüberstehen. Der Film unterstreicht den Unterschied zwischen Gut und Böse: Was du wählst, bestimmt dich.
[Trailer]
Haus Zoar, 19:30 Uhr
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MITTWOCH, 05.10.: BIS-Kino – „Final Portrait“

Wahre Kunst kann nur mit der richtigen Inspiration entstehen. Und in der richtigen Stimmung. Und überhaupt müssen sehr viele Bedingungen erfüllt sein. Das muss der Schriftsteller James Lord feststellen, nachdem er zugesagt hat, für den berühmten aber exzentrisch-schwierigen Alberto Giacometti Modell für ein Porträt zu sitzen.
Autor: Stanley Tucci, FSK-Freigabe: FSK 0, Produktionsjahr: 2017, Laufzeit: 90
[Trailer]
BIS-Zentrum, 15 Uhr, Eintritt 5 €
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DONNERSTAG, 06.10.: Noise Café – Romain de Ferron, Regis Turner + Zineworkshop Ausstellung 

A true and prolific veteran of the French DIY scene as a member of outfits like Omertà and Balladur, key editor of the cult zine Fond de Caisse and one of the heads behind the compelling Echos festival, Romain de Ferron has paved multiple paths for himself with ever-surprising outcomes. Solo, he’s been going at it for years, becoming renowned for melodies that evoke utopias of differing scales and moods: glittery video game adventure lands, mellow gardens of peace, and countless sceneries permeating with unspoken pathos.
REGIS TURNER (also known as Avventur) plays a kind of futuristic low fi vocal & synth music.

Köntges, 20 Uhr
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FREITAG, 07.10.: Jazz Nacht mit Kombinat42, Markus Türk und Achim Zepezauer sowie Trautmann & Wittbrodt

Gleich 3 Formationen aus dem Rheinland zeigen, dass musikalisches Können im freien Stil gemeinsam mit befreundeten Musiker/Innen groovt und zum Hören, aber auch Tanzen einlädt.
Neben den beiden Duos Markus Türk und Achim Zepezauer sowie Maria Trautmann und Emily Wittbrodt gebührt insbesondere der Formation Kombinat 42 besondere Aufmerksamkeit, da zu speziell für diesen Abend zusammengestellt wurde und man somit von einer Weltpremiere sprechen kann.
Projekt 42,  20 Uhr
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SAMSTAG + SONNTAG, 08.+09.10.: Ausstellung – „StadtLand – Christiane Behr und Nicole Peters“

In dieser Ausstellung, die das menschliche Dasein in der vertrauten, heimatlichen Landschaft thematisiert, werden zwei unterschiedliche künstlerische Positionen gezeigt.
Durch die Verwendung von Materialien, die eigentlich am Ende unserer Konsumkette angelangt sind, verweist Christiane Behr auf das Material und seine Eigenschaften und sensibilisiert zudem für die anhaltende Müllproblematik in Städten. In Ermangelung nachhaltiger Lösungen für den Wiedergebrauch von Verpackungsmaterialien und als Reaktion auf die damit einhergehende Verschwendung wertvoller Rohstoffe, wird Abfall kurzerhand zur Kunst mit skulpturalem Charakter erklärt.Live Musik, Live DJ Sets, Live Performance, Installation und Ausstellungen
Galerie im Atelierhaus E71, 12-16 Uhr
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SONNTAG, 09.10.: Streuobstwiesen-Tag

Der Haus Wildenrath e.V. lädt am 9. Oktober zu einem Streuobstwiesen-Tag bei Haus Horst ein. An diesem Tag gibt’s nicht nur Informationen rund um die Streuobstwiese, auch können Äpfel für den Eigenbedarf gepflückt und direkt vor Ort zu Saft verarbeitet werden.
Haus Horst, 11-17 Uhr
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Kopie von Termine(3)
 

Dieser Kulturort muss bleiben – Schrei auf e.V.

Ihr habt es vielleicht schon gehört: Die Zukunft der Kunst-, Kultur- und Theaterinitiative Schrei auf e.V. auf der Waldhausener Straße steht auf dem Spiel. Das Atelierhaus darf von der Kunst- und Kulturinitiative bis auf Weiteres nicht bespielt werden, da eine Beschwerde aus der Nachbarschaft das Bauordnungsamt auf den Plan gerufen hat. Die Konsequenzen sind fatal – für die Initiative, die seit ihrer Gründung 54 Kunst- und Kulturprojekte realisiert hat, für ihre Künstler*innen und Kulturschaffenden, für das kulturelle Leben in unserer Stadt. Doch das kleine Kulturzentrum gibt nicht auf. Wir, von Eine Erde e.V., versichern unseren Freund*innen von Schrei auf e.V. auf diesem Weg unsere Solidarität und Unterstützung. 

 
Eine Stellungnahme der Initiative findet ihr hier
 

 
Kopie von Termine(4)

 

Viel zu trocken

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Bauernstimme

Halb Europa ist diesen Sommer durch die Dürre bedroht. Hierzulande hat die Trockenheit Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais besonders schlimm getroffen, ebenso die Grünlandbetriebe. Viele Bäuerinnen und Bauern müssen bereits seit Mitte Juli ihr Winterfutter füttern, da auf dem Grünland nicht genug nachwächst. Auch wenn es große regionale Unterschiede und in den letzten Wochen teils starke Regenfälle gab, ist es nach wie vor viel zu trocken. Die Bodenfeuchte konnte sich bereits seit dem letzten Jahr nicht erholen, dafür hat es auch im Winter schon viel zu wenig geregnet. Doch auch ein einfacher Ausgleich des Regendefizits würde noch keine Abhilfe schaffen: In den tieferen Bodenschichten (1,8 Meter) herrscht nach wie vor eine „außergewöhnliche Dürre“ und auch der Anteil des für Pflanzen verfügbaren Wassers liegt in weiten Teilen Deutschlands noch in der Nähe des Welkepunkts (siehe Kasten). Auch örtliche Extremniederschlagsereignisse führen nicht zu einer Erholung, da die ausgedörrten Böden das Wasser nicht aufnehmen können, es oberirdisch abfließt oder sogar großen Schaden anrichtet.

Für die Landwirtschaft ist die Situation verheerend, es ist das vierte Dürrejahr in den letzten 5 Jahren. Um auf die schwierige Lage aufmerksam zu machen, startete AbL-Mitglied Jeremias Aigner aus Bayern in den Sozialen Medien eine Aktion. Unter dem Stichwort (Hashtag) #DasLandVerbrennt rief er dazu auf, am 19. August 2022 Dürrefotos zu posten – mit großer Resonanz. Bäuerinnen und Bauern veröffentlichten hunderte Bilder von vertrocknetem Mais, braunen Grünland oder welkem Gemüse. Mehrere Anbauverbände und auch die AbL beteiligten sich. „Nach 8 Wochen ohne nennenswerten Regen war ich einfach verzweifelt. Als Obst-Baumpfleger und Gärtner sehe und spüre ich die Folgen dieser ungewöhnlich starken Dürre direkt. Ich fühlte mich von der Gesellschaft allein gelassen. Von Politik und Medien war die Trockenheit völlig ausgeblendet worden“, erzählt Jeremias Aigner und zieht eine positive Bilanz für die Online-Aktion. „Die Aktion selbst war für mich ein Erfolg. Ich habe viel Feedback von Kollegen bekommen und gespürt: Mir geht es nicht allein so. Mittlerweile ist das Thema in den Nachrichten präsent. Aber ich möchte hier nicht aufhören. Wir müssen die Gesellschaft auf die Situation der Landwirtschaft und die Folgen, die sich für uns alle daraus ergeben, aufmerksam machen.“

Und es braucht ein Handeln der Politik: Von der Bundesregierung fordert die AbL, Strategien zur betrieblichen Anpassung an Klimawandelfolgen weiterzuentwickeln und die Betriebe bei der Umsetzung durch z.B. Beratung zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem vielfältige Fruchtfolgen, Erhalt von Grünland, Humusaufbau, Vermeidung von Erosion, Agroforst und Mulchsysteme sowie Sortenvielfalt. Zusammen mit den Länderregierungen und Betroffenen müssen regional angepasste Wassernutzungskonzepte erarbeitet und zu etabliert werden, die sowohl die Folgen von Dürren als auch von Starkregen und Hochwasser verringern können.

 

 

Gardinen Predigt (2)

 

Einsamkeit, Kapitalismus und Macht

Corona war ein Beschleuniger für eine Entwicklung, die wir seit Jahren sehen: die Vereinsamung unserer Gesellschaft. Das Deutsche Zentrum für Altersfragen hat neue Zahlen herausgegeben, und der großartige, kostenlose Statista-Spam hat die Werte in grünliche Säulendiagramme ausgegeben:

einsam
Der Anteil der älteren Bevölkerung ab 46 Jahren, der als einsam eingestuft wird, hat sich gegenüber 2017 teilweise fast verdoppelt: bis zu 16,4 Prozent der Menschen sind einsam.
Das steht augenscheinlich in einem Zusammenhang mit der Zunahme des Konsums von Anti-Depressiva: in Deutschland nehmen jetzt über sechs Prozent der Menschen Medikamente bzw. Drogen gegen Depressionen.

anti

 

Einsamkeit und Depression: Mit enormen Aufwand versucht unsere Gesellschaft, immer mehr Waren und Dienstleistungen zu schaffen. Der Aufwand ist derartig groß, dass die Schäden, die wir mit dieser Lebensweise verursachen, das bloße Überleben der Menschheit auf diesem Planeten in Frage stellen.
Besonders absurd wird unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsform natürlich dadurch, dass sie trotz der selbstzerstörerischen Betriebsamkeit, der totalen Mobilisierung des Menschen in die Arbeits- und Konsumwelt hinein, das Glücksgefühl nicht erhöht, sondern die Menschen im Gegenteil immer unglücklicher und einsamer macht. Folglich betreiben wir einen selbst- und fremdzerstörerischen Wahnsinn, der überhaupt keine positiven Ergebnisse für den Menschen zu bringen scheint: Mehr Stoffdurchsatz (Konsum) macht uns offensichtlich nicht nur nicht zufrieden, sondern unglücklich, einsam, drogenabhängig. Und ruiniert unsere eine Erde.
Wozu dann dieser ganze Wahnsinn?
Oder besser: Qui bono, wem nützt es?

Kapitalismus macht unglücklich

Der einsame Mensch ist aus der Perspektive der Macht das Ideal: Einsamkeit lässt sich gut monetarisieren, oder anders: der einsame Mensch lässt sich am besten ausbeuten.
Statt zu kooperieren, ist der einsame Mensch auf bezahlte Dienstleistungen angewiesen, ist er ein Hyper-Konsument, denn er muss alles selber kaufen: Waschmaschine, Kaffeemaschine, Staubsauger, Kühlschrank. Der einsame Mensch lebt in der Nähe anderer einsamen Menschen, alle in einem abgezirkelten Habitat, einem Einsamfamilienhaus, in einer Einsamliegerwohnung, in einem Einsamzimmer-Appartement. Der einsame Mensch teilt nicht, er besitzt.
Der einsame Mensch ist leicht zu beeinflussen, denn die sozialen Kontakte, der Austausch mit anderen Menschen, ist eingeschränkt. Statt Kommunikation sendet der Kapitalismus dem einsamen Menschen digitale Signale, die ihm das Gefühl von Verbundenheit geben. Die Macht ersetzt das Netz von Beziehungen durch ein Netz von Computern. Dieses Großprogramm der gesellschaftlichen Zersetzung und Steuerung nennt sich Digitalisierung, oder historisch: Kybernetik.

Einsamkeit ist wirtschaftlich

Der einsame Mensch steht nicht im echten Austausch mit echten Menschen, sondern kommuniziert über vergiftete, weil manipulierte Plattformen. Er ist beeinflussbar. Einsame Menschen machen keine Aufstände, weil ihnen die gesunden, menschlichen Netzwerke fehlen, die ihnen die Kraft der Analyse und die Kraft des Handels geben könnten. Es ist das alte und aus der Perspektive der Macht immer noch höchst aktuelle „Divide et Impera“: teile und herrsche. Nur Menschen, die genau in den richtigen, also in größeren Abständen gehalten werden, können beeinflusst, beherrscht und bewirtschaftet werden. Einsame Menschen in einsamen Häusern liefern diejenige standartisierte Energie ab, die Reiche immer reicher macht: Wenn Menschen zu sehr sich geballt in die Nähe kommen, kann es zu Kettenreaktionen kommen, zu Umstürzen, zu Kreativität. Zu Kontrollverlust. Die Kunst der Biopolitk, also der Lehre von der Bewirtschaftung des Menschen, ist folglich die Kunst des richtigen Abstands: Wie in einem Kernreaktor die Brennstäbe,  müssen die zu bewirtschaftenden Mensch in der richtige Distanz zueinander montiert werden.

Diese Montage erfolgt etwa durch Wohnen in Wohnmaschinen ohne gemeinsam nutzbare Räume. In der einsame Menschen in einsamen Wohnungen oder Einfamilienhäusern einsam nebeneinander her wohnen und an digitale Endgeräte angeschlossen ihre Erschöpfung wegfühlen.
Diese Montage in den richtigen Abstand zum Zwecke der Bewirtschaftung sehen wir auch an den Lohnarbeitsplätzen, wo soziale Interaktion, wo Kooperation erkauft wird: Menschen begegnen anderen Menschen 40 Stunden in der Woche, die sie sich selber nicht ausgesucht haben. In totalitären und entwürdigenden Hierarchiezusammenhängen. Dort wird Nähe simuliert. Dort wird professionelle Entfernung gewahrt werden. Die neueste Lohnarbeits-Entwicklung ist der einsame Mensch in seinem Einfamilienhaus im Homeoffice. Und unter dem Lenovo-Firmenrechner, tief verborgen in einer Schreibtischschublade, liegt die Familienpackung Prozac.

Doch wenn viele Menschen sich zu nahe kommen, dann läuft die Macht Gefahr, die Kontrolle zu verlieren, wird bewirtschaftbare Energie zu einer Schmelze.
Zu einer Systemschmelze, die das Containment durchbricht.

Musik.

 

Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Gentechnik, Filme, Haselnüsse 4,99 (!), Perlen für die Säue

Neuigkeiten von der Tante
 
Haselnüsse: nur 4,99 !!!
So: unser erstes Angebot EVER!
Haselnüsse sind bei uns standardmäßig in organischer Qualität in der Regel günstiger als Aldi konventionell. Aber jetzt toppen wir das Ganze nochmals dramatisch und unterbieten die konventionellen Aldi-Haselnüsse um die Hälfte! Nur 4,99 Euro (es handelt sich um einen Psycho-Lockpreis, an der Kasse wird 5 Euro/kg abgerechnet) kostet das Kilo Haselnüsse bei uns – weil es offiziell nur bis Ende September mindestens haltbar ist. Die beliebten Nüsschen sind aber einwandfrei, ihr könnt gerne vor dem Kauf probieren. Ideal für die Weihnachtsbäckerei!
Fetten Dank an Davert, aufgrund glücklicher Umstände haben wir diese 25 Kilo Haselnüsse geschenkt bekommen.

 

Rote Linsen und Zucker Mangelware
Im Moment ist Zucker knapp, haben wir vergessen, zu bestellen. Rote Linsen auch. Cornflakes nicht lieferbar.

 

Preise bald nur noch als Aushang

Es ist ziemlich viel Arbeit, die Preise immer auf den Warenschildern aktuell zu halten – deshalb stellen wir bald auf ein Aushang-System um. Dann werden die Waren nicht mehr direkt ausgezeichnet, sondern wir hängen gut sichtbar Preislisten aus.

 

Lemi lebt vom Mitmachen
Und wie jede Die Woche: Überlegt doch bitte, ob ihr dem gemeinwirtschaftlichen Projekt „Tante LeMi“ nicht ein wenig von eurer Zeit schenkt. Denn wir sind jeden Tag mitverantwortlich für den Zustand unseres Planeten – und für Lösungen und Heilung. Wichtig ist es, Alternativen zu finden und stärker zu machen. Und eine Alternative ist die Gemeinwirtschaft, hier am Beispiel eines Unverpacktladens. Meldet euch gerne für Ladendienste, Warenannahme, Reinigung, Zahlenartistik hier.
Lasst und gemeinsam das Neue größer und stärker machen.


Termine

 
MONTAG, 26.09.: Lesung – Matthias Stührwoldt
Matthias Stührwoldt, Jahrgang 1968, verheiratet, fünf Kinder, ist Bauer und Autor in Stolpe im Kreis Plön. Er bewirtschaftet einen 85 ha großen Milchvieh- und Futterbaubetrieb mit etwa 50 Milchkühen, seit 2002 nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Außerdem schreibt er seit Mitte der neunziger Jahre Geschichten und Gedichte übers Landleben, z.T. auf Hochdeutsch, z.T. auf Platt, und er ist Autor und Sprecher von plattdeutschen Texten der legendären NDR-Hörfunk-Reihe „Hör mal`n beten to“.
Sein neuestes Buch heißt „Vorglühen“ und erschien im Mai 2022.
Im Eintritt von 10 € ist ein Getränk inklusive sowie eine Spende für Klimaaktivitäten der ABL (Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft).
Anmeldungen erbeten: anmeldung@lammertzhof.de oder im Hofmarkt.
Lammertzhof, 19:30 Uhr
Alle Infos hier.

 


MITTWOCH, 28.09.: Kino – „Zeit für Utopien“
Kann ein Film die Welt verändern? Vielleicht nicht das, jedoch kann er die Welt beschreiben, Probleme bewusstmachen und Denkanstöße geben. Unsere Reihe “ Politik, Gesellschaft: Kino + Diskurs“ zeigt im weitesten Sinne politische Filme: Laufende Bilder, die uns auf den Zustand der Welt und Gesellschaft aufmerksam machen und die unser soziales, kritisches, politisches Bewusstsein wecken, um etwas genauer hinzusehen.
Die VHS-Filmreihe ist eine Kooperation mit Lemuria Kino + Diskurs / Eine Erde e.V.
[Trailer]

 

VHS Sonnenhausplatz, 19 Uhr, 7 Euro
Alle Infos hier.

 


MITTWOCH, 28.09.: Jugend-Kino – „The Contest – In geheimer Mission“
Dieser turbulente Film wirbelt die Vorurteile zwischen den Kulturen herrlich durcheinander – und am Ende sind alle ein wenig klüger. BIS-Kino Spezial im Rahmen der „Interkulturellen Woche in MG“.
[Trailer]
BIS-Zentrum, 15 Uhr, Eintritt frei
Alle Infos hier.

FREITAG, 30.09.: Martin Sonneborn – Kravall und Satire
Für seine TITANIC-Aktionen bejubelte ihn der Stern als „Krawallsatiriker mit Profilneurose“, für „Heimatkunde“ lobte ihn der Berliner Kurier: „Üble Ossi-Hetze! Wie kann ein Mensch die Ossis nur so hassen?!“
Nach seinen Kurzreportagen für die ZDF-„Heute Show“ trat der Geschäftsführer des größten deutschen Pharma-Verbandes zurück und das chinesische Außenministerium verlangte Sonneborns Hinrichtung. Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift.
(Achtung! Diese Veranstaltung könnte PARTEI-Werbung enthalten!)
TiG Theater im Gründungshaus, 20 Uhr
Alle Infos hier.

Freitag bis Sonntag, 30.09., 01. + 02.10.: Kino – „Ponniyin Selvan Part one“
Wir finden noch raus, wer den Tamil-Film-Fetisch im Haus Zoar hat: freut euch jedenfalls hier auf einen südindischen, epischen Actionfilm in Tamil mit englischen Untertiteln. Das Besondere: der Film wird tatsächlich synchron zum weltweiten Filmstart am 30. September gezeigt! In Mönchengladbach!!!

Haus Zoar, Fr+Sa 19:30, So 12 Uhr
Alle Infos und genaue Uhrzeiten hier
 

Freitag, 30.09. Perlen für die Säue
SCHREI AUF x Köntges Takeover

 

Live Musik, Live DJ Sets, Live Performance, Installation und Ausstellungen
Die Sau wurde lange unterschätzt. Tatsächlich ist sie klüger als ein Hund, sie kann sich selbst im Spiegel erkennen, mag ihr Umfeld gerne sauber und ist sensibel und einfühlsam. Drei Jahre lang lässt man eine Mastsau leben, dann wird sie geschlachtet, ihr Fleisch verkauft und verzehrt bis nichts mehr von ihr übrig bleibt. Diese Säue allerdings haben einen besseren Plan. Sie reißen aus ihrem Stall aus. Sie hauen ab, lassen es sich am 30.09. noch einmal richtig gut gehen und nehmen sich endlich, was sie verdient haben: Perlen für die Säue! Dresscode: Schweinemaske und Perlenkette
Time Table:
ab 17.00 Uhr: Performances & Installationen von SCHREI AUF
19.00 Uhr – Taroug
20.15 – Exchampion
21.00 Uhr – RoseRage
22.00 Uhr – Ende

Schrei auf @ Köntges, 17 Uhr
Alle Infos hier


 
Kopie von Termine(3)

Die Europäische Mobilitätswoche geht immer vom 16. bis 22. September. In dieser Zeit soll der Blick auf eine nachhaltigere Mobilität geworfen und von den teilnehmenden Gemeinden Freiräume dafür geschaffen werden. Vor allem ist das Ziel, dass die Leute mitmachen. Hierzu werden sogenannte Vernetzungstreffen im Vorfeld angeboten. In den vergangenen Jahren nahmen etliche am „Parking Day“ teil, der aufzeigt, wie ein Parkplatz auch zu nutzen sein könnte, wenn keine Autos darauf parken. „Parking Day“ ist traditionell der Freitag in der Europäischen Mobilitätswoche. Da ist unsere Gemeinde aber offen für Alternativen oder längere Zeiträume, was vor allem in der Corona-Zeit hilfreich war. Unsere Stadt ist teilnehmende Gemeinde. Das bedeutet also, dass Engagierte ermutigt werden sollen, ihre Mobilitätsaktion auf die Straße zu bringen. Eine wichtige Aktion in diesem Zusammenhang ist der „Autofreie Sonntag“. In den vergangenen Jahren waren hierzu ca. 300 m der Bismarckstraße für den Autoverkehr gesperrt und standen den Menschen zur Verfügung. Mit vielen Ehrenamtlichen und auch kommerziellen Ausstellern wird auf dem Teilstück der sogenannte „Tag der Mobilität“ veranstaltet. Warum begegneten uns da eigentlich Autohäuser als Aussteller am „Autofreien
Sonntag“? In diesem Jahr, als durch den anhaltenden Regen die Veranstaltung ins Wasser zu fallen drohte, hatten sich Gewerbetreibende dafür stark gemacht, die komplette Bismarckstraße autofrei zu gestalten und die Veranstaltung damit attraktiver zu machen. So enstanden 3 abgesperrte Teilstücke, denn der querende Autoverkehr über Steinmetz-, Kaiser- und Regentenstraße fand leider nach wie vor statt. Wie jetzt? Die Stadt Mönchengladbach beauftragt immer einen Veranstalter mit der Durchführung, in den vergangenen Jahren die Firma Tema aus Aachen, in diesem Jahr erstmals den ACE (Automobilclub Europa). Dabei ist die Stabsstelle Mobilität selbst regelmäßig vor Ort und koordiniert und aquiriert auch Teilnehmende. Wir von Eine Erde e.V. sind äußerst irritiert über die Tatsache, dass ein Autoclub einen „Autofreien Sonntag“ veranstaltet. Für das kommende Jahr wünschen wir uns eine erneute Teilnahme unserer Gemeinde an der Europäischen Mobilitätswoche, werden uns allerdings selbst im Vorfeld mit anderen Ehrenamtlichen vernetzen, um einen echten „Autofreien Sonntag“ zu gestalten. Brauchen wir dafür den Autoclub? Eher nicht. Meldet Euch bei uns, wenn Ihr Ideen zur Gestaltung eines echten „Autofreien Sonntags“ am dritten Sonntag im September habt. Nächstes Jahr also der 17. September 2023.
Weltweit gibt es viele Aktionen an diesem Sonntag, denn World Car Free Day ist immer am 22. September. Damit auch viele mitmachen können, wählt man immer den dritten Sonntag im September zum Feiern. Sicher lässt sich da was auf die Beine stellen. Der Fancy Women Bike Ride findet da auf jeden Fall schonmal statt, in diesem Jahr trübte auch das echt miese Wetter die Veranstaltung nicht. Welche Ideen habt Ihr? Und in welchen Bereichen unserer Stadt soll der „Autofreie Sonntag“ stattfinden?
Verkehr ist in diesem Jahr einer der Schwerpunkte unserer Vereinsarbeit.

 

 
Kopie von Termine(2)

 

Keine neuen Gentechnik-Pflanzen durch die Hintertür

Im Herbst 2021 startete die EU-Kommission einen Gesetzgebungsprozess zu neuen Gentechnik-Verfahren. Damit will die Kommission geltendes EU-Recht aufweichen. Bisher gab es nur vage Aussagen dazu. Nun wurden detailliertere Pläne bekannt, die, wenn sie umgesetzt werden, zu einer kompletten Deregulierung bestimmter neuer Gentechnik-Verfahren führen. Diese brisanten Pläne wurden von GM-Watch, einer englischen Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. hat diese nun aus bäuerlicher Perspektive analysiert und bewertet.

Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der AbL kommentiert:

„Die Pläne der EU-Kommission zur Deregulierung sind absolut unakzeptabel! In den bisher inter­nen Papieren werden Szenarien zur Abschaffung der Risikobewertung, der Rückverfolgbarkeit, der Transparenz sowie der Kennzeichnungs- und Nachweispflicht dargestellt. Setzt sich die Kommission mit diesen Plänen durch, wäre das Gentechnik durch die Hintertür. Denn neue Gentechnik-Pflanzen wären nicht mehr erkennbar und sie kämen ungeprüft und unreguliert auf europäische Äcker und Teller. Bäuer:innen, Züchter:innen, Verarbeiter:innen und Handel hätten keine Chance mehr gentechnikfrei zu erzeugen – weder konventionell noch ökologisch. Sie würden gegen ihren Willen, unbeabsichtigt und unwissentlich neue Gentechnik-Produkte einsetzen – und könnten sich auch nicht mehr dagegen wehren, weil sie keine Möglichkeit mehr hätten, ihre Produkte vor Gentechnik-Kontaminationen zu schützen. Auch die Verbraucher:innen hätten keine Wahlfreiheit mehr. Unser Recht auf gentechnikfreie Lebensmittel wäre passé. Dagegen setzen wir uns entschieden zu Wehr.“

Volling führt weiter aus:

„Parallel zur Deregulierung soll eine Nachhaltigkeitsbewertung eingeführt werden. In der Folge würden neben der Risikobewertung zusätzlich auch Nachhaltigkeitskriterien in die Bewertung von Gentechnik-Pflanzen einbezogen. Diese Verquickung ist kontraproduktiv. Sie relativiert und tor­pe­diert das Vorsorgeprinzip. Gesetzlich abgesicherte Nachhaltigkeitskriterien für Lebensmittel­pro­dukte können hilfreich sein, müssen aber in einem eigenständigen Regel- und Prüfsystem unab­hängig durchgeführt werden, wissenschaftlichen Kriterien unterliegen und das gesamte Lebens­mittelsystem betrachten. Bisher sind angeblich nachhaltige neue Gentechnik-Pflanzen reine Industrie-Versprechen. Keinesfalls darf eine Nachhaltigkeitsbewertung die Gentechnikregulierung aushebeln.“

Volling fordert:

„Die AbL fordert die EU-Kommission auf, ihre Deregulierungspläne umgehend zu stoppen und stattdessen bestehendes Gentechnikrecht umzusetzen. Sollte sie bei ihren Plänen bleiben, sind die Szenarien umgehend zu veröffentlichen und ein transparenter Diskurs zu führen. Bislang wurden nur wenige Organisationen in die Pläne eingeweiht. Deswegen müssen die im Gesetzgebungs­pro­zess vorgeschriebenen Konsultationen wiederholt werden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke fordern wir auf, bei der EU-Kommission Transparenz einzufordern und gegen die aktuellen Pläne vorzugehen, indem sie sich klar für eine Regulierung aller neuen und alten Gentechnik-Verfahren einsetzen. Nur so können wir die gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung und die Wahlfreiheit sicherstellen.“

 

Gardinen Predigt (1)

 

Leinen Los

In der Vergangenheit habe ich mich bemüht, mich auf Neues zu konzentrieren, auf Visionen, Utopien, auf Ideen für ein anderes und heilsames Miteinander. Das scheint jetzt schwieriger geworden zu sein. Deshalb, weil entscheidende Parameter für die Möglichkeit eines netten Miteinanders auf unserem gemeinsamen Planeten zunehmend und immer dramatischer in Bereiche entgleiten, die in keinster Weise mehr zu kontrollieren sind. Es ist so, dass die Leckage des Schiffs, auf dem wir gemeinsam durch das Leben reisen, das Schiff sinken lassen wird. Und es kann jetzt nicht mehr an der Zeit sein, etwa die Musik zu kommentieren, die immer noch spielt auf dem untergehenden Schiff, sondern es ist nun Zeit, Rettungsboote klar zu machen. Für Leckage-Bekämpfung ist es bereits zu spät.
 

Vollautomat keine Lösung

Wie umgehen damit? JedeR anders: Ich hab eine Espresso-Maschine gekauft. Delonghi Dedica. Gebraucht. Manuelle Siebträger-Espressomaschine, kein Vollautomat. Ich versuche, möglichst viele Schritte der Espressozubereitung zu kontrollieren, diese zu ästhetisieren (soweit dass in meiner tatsächlich ausgesprochen unästhetischen Küche überhaupt möglich ist, wobei: nur das Chaos gebiert einen tanzenden Stern) und mich mit dem so entstandenen Kaffee, unserem Utamtsi-Kaffee (alle Sorten, ich empfehle aber besonders einen kleinen Anteil von Amasi Mesa beizumischen), zu berauschen. Kaffee in respektablen Mengen genossen, wirkt widersprüchlich: aufputschend wie Kokain und einschläfernd wie Hanf. Es ist sinnstiftend, den exakten Mahlgrad zu finden, den Kaffeekuchen vorzubereiten, ihn aufzuharken, damit das Wasser gleichmäßig über den verdichteten Kaffeepuck fließen kann und so eine ebenmäßige Extraktion zu erreichen. Das Harken des Kaffees hat etwas zenartiges, meditatives, und durch die Verdichtung des Kaffeepulvers zu einem braunen Klops im Siebträger durch den Verdichter (Tamper) kann ich meine Aggressionen, meine überflüssige Kraft und meine Sorgen in diese braunduftende Kaffeefrikadelle bringen, durch die bald und transformatorisch 85 Grad heißes Wasser fließen wird und Bitterstoffe, Schokoladennoten, feine Säuren, meine Aggression und all das, was reiche Kaffeearomatik ausmacht, schaumig ins Glas bringt.
Das Prinzip: Komplexität in ein begrenztes System bringen, die Welt kleiner machen und sie in diesem schmalen, abgezirkelten Bereich neu erfinden, und zwar größer und überkomplex und bedeutender neu erfinden – einen Bereich mir schaffen, den ich kontrollieren kann, einen Bereich von Welt schaffen, der mir keine Angst macht. Viele Menschen lassen das, was sie jetzt im Äußeren sehen, nicht an sich heran, schotten sich ab und konzentrieren sich auf diese kleinen Ausschnitte des Lebens, machen ihre Räume enger. Leben in Blasen und Schäumen. So wie ich mit meinem Kaffee, und da muss auch Schaum drauf, die Crema. Kaffee aber ist kein Rettungsboot, selbst wenn Schaum drauf ist.

 

Rettungsboote

Macht es noch Sinn, genau zu wissen, wie groß das Leck unseres Schiffes ist, auf dem wir uns befinden? Wollen wir darüber sprechen, wie hoch die Schotten gehen und ob sich das Schiff denn nicht wenigstens über Wasser halten kann, ohne Fahrt? Oder lässt sich die Leckage sogar gänzlich wieder abdichten?
Ich habe es versucht. Ich war nicht genug. Ich war zu verletzt. Es tut mir leid. Vielleicht hätte ich etwas ändern können. Habe ich aber nicht.
Doch diskutiert ihr, repariert, dichtet ab: ich hingegen mache Rettungsboote klar. Sie sind leicht zu finden, sind zahlreich vorhanden. Aber viel kleiner als das große Schiff mit den beeindruckenden Generatoren und Maschinen, mit all seiner Musik, mit den vor Fülle berstenden Buffets in den schick glitzernden Speisesälen, den gut bestückten Bars, den zahlreichen Zerstreuungen, den warmen und gemütlichen Kojen, den Balkonen, dem Meerblick.
Klein, hart und unbequem ist dagegen das Interieur der Rettungsboote. Eng die Bänke, nah die Nachbar*innen. Aber die Boote sind ohne Makel, werden schwimmen, uns tragen, wenn das große Schiff im Ozean versinkt.
Was braucht es, um Rettungsboote zu finden? Es braucht Bewegung. Es braucht Loslassen. Es braucht Freiheit.

Den Rücken kehren bisherigen Annehmlichkeiten.
Raus: aus dem Bett, aus dem Pool!
Weg: vom Buffet, von der Bar!
Denn alles Bisherige versinkt.
Endspiel.
Zu spät.
Zeit, sich zu verabschieden.
Leinen los – und anvertrauen.
 
 
 

Die Woche wird zusammengestellt von Lars