Die Woche: Gentechnik, Filme, Haselnüsse 4,99 (!), Perlen für die Säue

Neuigkeiten von der Tante
 
Haselnüsse: nur 4,99 !!!
So: unser erstes Angebot EVER!
Haselnüsse sind bei uns standardmäßig in organischer Qualität in der Regel günstiger als Aldi konventionell. Aber jetzt toppen wir das Ganze nochmals dramatisch und unterbieten die konventionellen Aldi-Haselnüsse um die Hälfte! Nur 4,99 Euro (es handelt sich um einen Psycho-Lockpreis, an der Kasse wird 5 Euro/kg abgerechnet) kostet das Kilo Haselnüsse bei uns – weil es offiziell nur bis Ende September mindestens haltbar ist. Die beliebten Nüsschen sind aber einwandfrei, ihr könnt gerne vor dem Kauf probieren. Ideal für die Weihnachtsbäckerei!
Fetten Dank an Davert, aufgrund glücklicher Umstände haben wir diese 25 Kilo Haselnüsse geschenkt bekommen.

 

Rote Linsen und Zucker Mangelware
Im Moment ist Zucker knapp, haben wir vergessen, zu bestellen. Rote Linsen auch. Cornflakes nicht lieferbar.

 

Preise bald nur noch als Aushang

Es ist ziemlich viel Arbeit, die Preise immer auf den Warenschildern aktuell zu halten – deshalb stellen wir bald auf ein Aushang-System um. Dann werden die Waren nicht mehr direkt ausgezeichnet, sondern wir hängen gut sichtbar Preislisten aus.

 

Lemi lebt vom Mitmachen
Und wie jede Die Woche: Überlegt doch bitte, ob ihr dem gemeinwirtschaftlichen Projekt „Tante LeMi“ nicht ein wenig von eurer Zeit schenkt. Denn wir sind jeden Tag mitverantwortlich für den Zustand unseres Planeten – und für Lösungen und Heilung. Wichtig ist es, Alternativen zu finden und stärker zu machen. Und eine Alternative ist die Gemeinwirtschaft, hier am Beispiel eines Unverpacktladens. Meldet euch gerne für Ladendienste, Warenannahme, Reinigung, Zahlenartistik hier.
Lasst und gemeinsam das Neue größer und stärker machen.


Termine

 
MONTAG, 26.09.: Lesung – Matthias Stührwoldt
Matthias Stührwoldt, Jahrgang 1968, verheiratet, fünf Kinder, ist Bauer und Autor in Stolpe im Kreis Plön. Er bewirtschaftet einen 85 ha großen Milchvieh- und Futterbaubetrieb mit etwa 50 Milchkühen, seit 2002 nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Außerdem schreibt er seit Mitte der neunziger Jahre Geschichten und Gedichte übers Landleben, z.T. auf Hochdeutsch, z.T. auf Platt, und er ist Autor und Sprecher von plattdeutschen Texten der legendären NDR-Hörfunk-Reihe „Hör mal`n beten to“.
Sein neuestes Buch heißt „Vorglühen“ und erschien im Mai 2022.
Im Eintritt von 10 € ist ein Getränk inklusive sowie eine Spende für Klimaaktivitäten der ABL (Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft).
Anmeldungen erbeten: anmeldung@lammertzhof.de oder im Hofmarkt.
Lammertzhof, 19:30 Uhr
Alle Infos hier.

 


MITTWOCH, 28.09.: Kino – „Zeit für Utopien“
Kann ein Film die Welt verändern? Vielleicht nicht das, jedoch kann er die Welt beschreiben, Probleme bewusstmachen und Denkanstöße geben. Unsere Reihe “ Politik, Gesellschaft: Kino + Diskurs“ zeigt im weitesten Sinne politische Filme: Laufende Bilder, die uns auf den Zustand der Welt und Gesellschaft aufmerksam machen und die unser soziales, kritisches, politisches Bewusstsein wecken, um etwas genauer hinzusehen.
Die VHS-Filmreihe ist eine Kooperation mit Lemuria Kino + Diskurs / Eine Erde e.V.
[Trailer]

 

VHS Sonnenhausplatz, 19 Uhr, 7 Euro
Alle Infos hier.

 


MITTWOCH, 28.09.: Jugend-Kino – „The Contest – In geheimer Mission“
Dieser turbulente Film wirbelt die Vorurteile zwischen den Kulturen herrlich durcheinander – und am Ende sind alle ein wenig klüger. BIS-Kino Spezial im Rahmen der „Interkulturellen Woche in MG“.
[Trailer]
BIS-Zentrum, 15 Uhr, Eintritt frei
Alle Infos hier.

FREITAG, 30.09.: Martin Sonneborn – Kravall und Satire
Für seine TITANIC-Aktionen bejubelte ihn der Stern als „Krawallsatiriker mit Profilneurose“, für „Heimatkunde“ lobte ihn der Berliner Kurier: „Üble Ossi-Hetze! Wie kann ein Mensch die Ossis nur so hassen?!“
Nach seinen Kurzreportagen für die ZDF-„Heute Show“ trat der Geschäftsführer des größten deutschen Pharma-Verbandes zurück und das chinesische Außenministerium verlangte Sonneborns Hinrichtung. Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift.
(Achtung! Diese Veranstaltung könnte PARTEI-Werbung enthalten!)
TiG Theater im Gründungshaus, 20 Uhr
Alle Infos hier.

Freitag bis Sonntag, 30.09., 01. + 02.10.: Kino – „Ponniyin Selvan Part one“
Wir finden noch raus, wer den Tamil-Film-Fetisch im Haus Zoar hat: freut euch jedenfalls hier auf einen südindischen, epischen Actionfilm in Tamil mit englischen Untertiteln. Das Besondere: der Film wird tatsächlich synchron zum weltweiten Filmstart am 30. September gezeigt! In Mönchengladbach!!!

Haus Zoar, Fr+Sa 19:30, So 12 Uhr
Alle Infos und genaue Uhrzeiten hier
 

Freitag, 30.09. Perlen für die Säue
SCHREI AUF x Köntges Takeover

 

Live Musik, Live DJ Sets, Live Performance, Installation und Ausstellungen
Die Sau wurde lange unterschätzt. Tatsächlich ist sie klüger als ein Hund, sie kann sich selbst im Spiegel erkennen, mag ihr Umfeld gerne sauber und ist sensibel und einfühlsam. Drei Jahre lang lässt man eine Mastsau leben, dann wird sie geschlachtet, ihr Fleisch verkauft und verzehrt bis nichts mehr von ihr übrig bleibt. Diese Säue allerdings haben einen besseren Plan. Sie reißen aus ihrem Stall aus. Sie hauen ab, lassen es sich am 30.09. noch einmal richtig gut gehen und nehmen sich endlich, was sie verdient haben: Perlen für die Säue! Dresscode: Schweinemaske und Perlenkette
Time Table:
ab 17.00 Uhr: Performances & Installationen von SCHREI AUF
19.00 Uhr – Taroug
20.15 – Exchampion
21.00 Uhr – RoseRage
22.00 Uhr – Ende

Schrei auf @ Köntges, 17 Uhr
Alle Infos hier


 
Kopie von Termine(3)

Die Europäische Mobilitätswoche geht immer vom 16. bis 22. September. In dieser Zeit soll der Blick auf eine nachhaltigere Mobilität geworfen und von den teilnehmenden Gemeinden Freiräume dafür geschaffen werden. Vor allem ist das Ziel, dass die Leute mitmachen. Hierzu werden sogenannte Vernetzungstreffen im Vorfeld angeboten. In den vergangenen Jahren nahmen etliche am „Parking Day“ teil, der aufzeigt, wie ein Parkplatz auch zu nutzen sein könnte, wenn keine Autos darauf parken. „Parking Day“ ist traditionell der Freitag in der Europäischen Mobilitätswoche. Da ist unsere Gemeinde aber offen für Alternativen oder längere Zeiträume, was vor allem in der Corona-Zeit hilfreich war. Unsere Stadt ist teilnehmende Gemeinde. Das bedeutet also, dass Engagierte ermutigt werden sollen, ihre Mobilitätsaktion auf die Straße zu bringen. Eine wichtige Aktion in diesem Zusammenhang ist der „Autofreie Sonntag“. In den vergangenen Jahren waren hierzu ca. 300 m der Bismarckstraße für den Autoverkehr gesperrt und standen den Menschen zur Verfügung. Mit vielen Ehrenamtlichen und auch kommerziellen Ausstellern wird auf dem Teilstück der sogenannte „Tag der Mobilität“ veranstaltet. Warum begegneten uns da eigentlich Autohäuser als Aussteller am „Autofreien
Sonntag“? In diesem Jahr, als durch den anhaltenden Regen die Veranstaltung ins Wasser zu fallen drohte, hatten sich Gewerbetreibende dafür stark gemacht, die komplette Bismarckstraße autofrei zu gestalten und die Veranstaltung damit attraktiver zu machen. So enstanden 3 abgesperrte Teilstücke, denn der querende Autoverkehr über Steinmetz-, Kaiser- und Regentenstraße fand leider nach wie vor statt. Wie jetzt? Die Stadt Mönchengladbach beauftragt immer einen Veranstalter mit der Durchführung, in den vergangenen Jahren die Firma Tema aus Aachen, in diesem Jahr erstmals den ACE (Automobilclub Europa). Dabei ist die Stabsstelle Mobilität selbst regelmäßig vor Ort und koordiniert und aquiriert auch Teilnehmende. Wir von Eine Erde e.V. sind äußerst irritiert über die Tatsache, dass ein Autoclub einen „Autofreien Sonntag“ veranstaltet. Für das kommende Jahr wünschen wir uns eine erneute Teilnahme unserer Gemeinde an der Europäischen Mobilitätswoche, werden uns allerdings selbst im Vorfeld mit anderen Ehrenamtlichen vernetzen, um einen echten „Autofreien Sonntag“ zu gestalten. Brauchen wir dafür den Autoclub? Eher nicht. Meldet Euch bei uns, wenn Ihr Ideen zur Gestaltung eines echten „Autofreien Sonntags“ am dritten Sonntag im September habt. Nächstes Jahr also der 17. September 2023.
Weltweit gibt es viele Aktionen an diesem Sonntag, denn World Car Free Day ist immer am 22. September. Damit auch viele mitmachen können, wählt man immer den dritten Sonntag im September zum Feiern. Sicher lässt sich da was auf die Beine stellen. Der Fancy Women Bike Ride findet da auf jeden Fall schonmal statt, in diesem Jahr trübte auch das echt miese Wetter die Veranstaltung nicht. Welche Ideen habt Ihr? Und in welchen Bereichen unserer Stadt soll der „Autofreie Sonntag“ stattfinden?
Verkehr ist in diesem Jahr einer der Schwerpunkte unserer Vereinsarbeit.

 

 
Kopie von Termine(2)

 

Keine neuen Gentechnik-Pflanzen durch die Hintertür

Im Herbst 2021 startete die EU-Kommission einen Gesetzgebungsprozess zu neuen Gentechnik-Verfahren. Damit will die Kommission geltendes EU-Recht aufweichen. Bisher gab es nur vage Aussagen dazu. Nun wurden detailliertere Pläne bekannt, die, wenn sie umgesetzt werden, zu einer kompletten Deregulierung bestimmter neuer Gentechnik-Verfahren führen. Diese brisanten Pläne wurden von GM-Watch, einer englischen Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. hat diese nun aus bäuerlicher Perspektive analysiert und bewertet.

Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der AbL kommentiert:

„Die Pläne der EU-Kommission zur Deregulierung sind absolut unakzeptabel! In den bisher inter­nen Papieren werden Szenarien zur Abschaffung der Risikobewertung, der Rückverfolgbarkeit, der Transparenz sowie der Kennzeichnungs- und Nachweispflicht dargestellt. Setzt sich die Kommission mit diesen Plänen durch, wäre das Gentechnik durch die Hintertür. Denn neue Gentechnik-Pflanzen wären nicht mehr erkennbar und sie kämen ungeprüft und unreguliert auf europäische Äcker und Teller. Bäuer:innen, Züchter:innen, Verarbeiter:innen und Handel hätten keine Chance mehr gentechnikfrei zu erzeugen – weder konventionell noch ökologisch. Sie würden gegen ihren Willen, unbeabsichtigt und unwissentlich neue Gentechnik-Produkte einsetzen – und könnten sich auch nicht mehr dagegen wehren, weil sie keine Möglichkeit mehr hätten, ihre Produkte vor Gentechnik-Kontaminationen zu schützen. Auch die Verbraucher:innen hätten keine Wahlfreiheit mehr. Unser Recht auf gentechnikfreie Lebensmittel wäre passé. Dagegen setzen wir uns entschieden zu Wehr.“

Volling führt weiter aus:

„Parallel zur Deregulierung soll eine Nachhaltigkeitsbewertung eingeführt werden. In der Folge würden neben der Risikobewertung zusätzlich auch Nachhaltigkeitskriterien in die Bewertung von Gentechnik-Pflanzen einbezogen. Diese Verquickung ist kontraproduktiv. Sie relativiert und tor­pe­diert das Vorsorgeprinzip. Gesetzlich abgesicherte Nachhaltigkeitskriterien für Lebensmittel­pro­dukte können hilfreich sein, müssen aber in einem eigenständigen Regel- und Prüfsystem unab­hängig durchgeführt werden, wissenschaftlichen Kriterien unterliegen und das gesamte Lebens­mittelsystem betrachten. Bisher sind angeblich nachhaltige neue Gentechnik-Pflanzen reine Industrie-Versprechen. Keinesfalls darf eine Nachhaltigkeitsbewertung die Gentechnikregulierung aushebeln.“

Volling fordert:

„Die AbL fordert die EU-Kommission auf, ihre Deregulierungspläne umgehend zu stoppen und stattdessen bestehendes Gentechnikrecht umzusetzen. Sollte sie bei ihren Plänen bleiben, sind die Szenarien umgehend zu veröffentlichen und ein transparenter Diskurs zu führen. Bislang wurden nur wenige Organisationen in die Pläne eingeweiht. Deswegen müssen die im Gesetzgebungs­pro­zess vorgeschriebenen Konsultationen wiederholt werden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke fordern wir auf, bei der EU-Kommission Transparenz einzufordern und gegen die aktuellen Pläne vorzugehen, indem sie sich klar für eine Regulierung aller neuen und alten Gentechnik-Verfahren einsetzen. Nur so können wir die gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung und die Wahlfreiheit sicherstellen.“

 

Gardinen Predigt (1)

 

Leinen Los

In der Vergangenheit habe ich mich bemüht, mich auf Neues zu konzentrieren, auf Visionen, Utopien, auf Ideen für ein anderes und heilsames Miteinander. Das scheint jetzt schwieriger geworden zu sein. Deshalb, weil entscheidende Parameter für die Möglichkeit eines netten Miteinanders auf unserem gemeinsamen Planeten zunehmend und immer dramatischer in Bereiche entgleiten, die in keinster Weise mehr zu kontrollieren sind. Es ist so, dass die Leckage des Schiffs, auf dem wir gemeinsam durch das Leben reisen, das Schiff sinken lassen wird. Und es kann jetzt nicht mehr an der Zeit sein, etwa die Musik zu kommentieren, die immer noch spielt auf dem untergehenden Schiff, sondern es ist nun Zeit, Rettungsboote klar zu machen. Für Leckage-Bekämpfung ist es bereits zu spät.
 

Vollautomat keine Lösung

Wie umgehen damit? JedeR anders: Ich hab eine Espresso-Maschine gekauft. Delonghi Dedica. Gebraucht. Manuelle Siebträger-Espressomaschine, kein Vollautomat. Ich versuche, möglichst viele Schritte der Espressozubereitung zu kontrollieren, diese zu ästhetisieren (soweit dass in meiner tatsächlich ausgesprochen unästhetischen Küche überhaupt möglich ist, wobei: nur das Chaos gebiert einen tanzenden Stern) und mich mit dem so entstandenen Kaffee, unserem Utamtsi-Kaffee (alle Sorten, ich empfehle aber besonders einen kleinen Anteil von Amasi Mesa beizumischen), zu berauschen. Kaffee in respektablen Mengen genossen, wirkt widersprüchlich: aufputschend wie Kokain und einschläfernd wie Hanf. Es ist sinnstiftend, den exakten Mahlgrad zu finden, den Kaffeekuchen vorzubereiten, ihn aufzuharken, damit das Wasser gleichmäßig über den verdichteten Kaffeepuck fließen kann und so eine ebenmäßige Extraktion zu erreichen. Das Harken des Kaffees hat etwas zenartiges, meditatives, und durch die Verdichtung des Kaffeepulvers zu einem braunen Klops im Siebträger durch den Verdichter (Tamper) kann ich meine Aggressionen, meine überflüssige Kraft und meine Sorgen in diese braunduftende Kaffeefrikadelle bringen, durch die bald und transformatorisch 85 Grad heißes Wasser fließen wird und Bitterstoffe, Schokoladennoten, feine Säuren, meine Aggression und all das, was reiche Kaffeearomatik ausmacht, schaumig ins Glas bringt.
Das Prinzip: Komplexität in ein begrenztes System bringen, die Welt kleiner machen und sie in diesem schmalen, abgezirkelten Bereich neu erfinden, und zwar größer und überkomplex und bedeutender neu erfinden – einen Bereich mir schaffen, den ich kontrollieren kann, einen Bereich von Welt schaffen, der mir keine Angst macht. Viele Menschen lassen das, was sie jetzt im Äußeren sehen, nicht an sich heran, schotten sich ab und konzentrieren sich auf diese kleinen Ausschnitte des Lebens, machen ihre Räume enger. Leben in Blasen und Schäumen. So wie ich mit meinem Kaffee, und da muss auch Schaum drauf, die Crema. Kaffee aber ist kein Rettungsboot, selbst wenn Schaum drauf ist.

 

Rettungsboote

Macht es noch Sinn, genau zu wissen, wie groß das Leck unseres Schiffes ist, auf dem wir uns befinden? Wollen wir darüber sprechen, wie hoch die Schotten gehen und ob sich das Schiff denn nicht wenigstens über Wasser halten kann, ohne Fahrt? Oder lässt sich die Leckage sogar gänzlich wieder abdichten?
Ich habe es versucht. Ich war nicht genug. Ich war zu verletzt. Es tut mir leid. Vielleicht hätte ich etwas ändern können. Habe ich aber nicht.
Doch diskutiert ihr, repariert, dichtet ab: ich hingegen mache Rettungsboote klar. Sie sind leicht zu finden, sind zahlreich vorhanden. Aber viel kleiner als das große Schiff mit den beeindruckenden Generatoren und Maschinen, mit all seiner Musik, mit den vor Fülle berstenden Buffets in den schick glitzernden Speisesälen, den gut bestückten Bars, den zahlreichen Zerstreuungen, den warmen und gemütlichen Kojen, den Balkonen, dem Meerblick.
Klein, hart und unbequem ist dagegen das Interieur der Rettungsboote. Eng die Bänke, nah die Nachbar*innen. Aber die Boote sind ohne Makel, werden schwimmen, uns tragen, wenn das große Schiff im Ozean versinkt.
Was braucht es, um Rettungsboote zu finden? Es braucht Bewegung. Es braucht Loslassen. Es braucht Freiheit.

Den Rücken kehren bisherigen Annehmlichkeiten.
Raus: aus dem Bett, aus dem Pool!
Weg: vom Buffet, von der Bar!
Denn alles Bisherige versinkt.
Endspiel.
Zu spät.
Zeit, sich zu verabschieden.
Leinen los – und anvertrauen.
 
 
 

Die Woche wird zusammengestellt von Lars

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