Die Woche: Fleisch, Filme, Kaffeepreise, Klimastreik

Neuigkeiten von der Tante

Neue Lieferung

Leider hat eine Lieferung nicht geklappt, deshalb sind das Backpulver und die Feigen noch nicht da. Cornflakes ist gerade nicht lieferbar, rote Linsen und Zucker wurden vergessen zu bestellen. Stattdessen haben wir Gelbe Linsen, probiert die doch mal, von denen wurde nämlich versehentlich zu viel bestellt. Diese haben eine sehr ähnliche Eigenschaft wie Rote Linsen, kochen auch sehr schnell und zerfallen zu einem herrlich aromatischen Linsenpüree – einfach mal probieren. Zu Beginn der Weihnachtsbacksaison sollte wieder genügend Zucker vorrätig sein.
Falls du bei den Bestellungen helfen möchtest, damit so etwas nicht mehr passiert, so melde dich doch.

Entwicklung Kaffeepreise

Gute Nachrichten beim Kaffee: Wegen einer großzügigen Einkaufspolitik können wir die Preissteigerung beim Kaffee etwas abfedern und manche Sorten sogar günstiger anbieten. Warum? In der Vergangenheit haben wir teilweise Umstellungsware zum Solipreis gekauft, das könnt ihr hier nachlesen. Jetzt kaufen wir Umstellungsware nicht mehr zum vollen Biopreis ein, sondern zahlen den günstigeren Umstellungspreis. Das gibt uns etwas Luft bei der Preisgestaltung, die Hausmischung, unser Budget-Kaffee, ist dadurch sogar ein Euro pro Kilo günstiger geworden. Die Bauern werden trotzdem direkt und fair bezahlt.


Termine

TÄGLICH: Kino – „Alice Schwarzer“

Alice Schwarzer, Journalistin, Autorin und Verlegerin, ist durch ihre vielfältigen Fernsehauftritte und als Leiterin von Diskussionsrunden seit den 70er Jahren ein Medienstar. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Selbstbestimmung der Frau. Alice Schwarzer hat es mit Emma und ihrer Medienpräsenz geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Dafür wird sie geliebt und gehasst. Es gibt kaum jemanden, den sie kalt lässt. Alice Schwarzer, der Kinodokumentarfilm ist die Biografie einer streitbaren Journalistin, die niemals locker lässt, und eine Reise durch die Geschichte des Feminismus, der zweiten Frauenbewegung bis heute.
Trailer:

 

Rezension hier.
Haus Zoar, täglich gegen 17 Uhr
Alle Infos und genaue Uhrzeiten hier

 

MONTAG, 19.09.: Leben in der Klimakrise: Gehen oder bleiben

Dürre in Deutschland, Waldbrande in Sud- und Nordeuropa: Die Klimakrise ist auch bei uns angekommen.
Immer stärkere Stürme und Starkniederschläge, Dürren und Überschwemmungen zerstören die Heimat und Einkommensmöglichkeiten von vielen Menschen.
Misereor, das katholische Hilfswerk begleitet Menschen darin, im Klimawandel würdevoll zu leben und sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen. Diskutieren Sie mit der Referentin Anika Schroeder, die bei Misereor für das Resort Klima und Entwicklung zuständig ist, was sich in Politik und Gesellschaft und auch in Mönchengladbach verändern muss.
Pfarrheim St. Johannes, 19:30 Uhr
Alle Infos hier.

 

 

MITTWOCH, 21.09.: Kino – „Und dann der Regen“

Ein junger spanischer Regisseur will den großen, wahrhaftigen Film über Kolumbus drehen: nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung. Weil das Budget knapp ist, hat der Produzent das bolivianische Cochabamba als Drehort ausgewählt. Die Dreharbeiten laufen ausgezeichnet, bis in Cochabamba soziale Unruhen ausbrechen. Die Wasserversorgung wurde an einen internationalen Konzern verkauft, der nach Preiserhöhungen sogar das Auffangen von Regenwasser untersagt. Trailer:

BIS-Zentrum, 20 Uhr.
Alle Infos hier.
 
 

FREITAG, 23.09.: Klimastreik

Am 23. September gehen wieder weltweit Menschen mit FridaysForFuture auf die Straßen. Sie fordern den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, eine grundlegende Verkehrswende, genügend Geld für ein drittes Entlastungspaket und Unterstützung des globalen Südens bei der Bewältigung der Klimakrise. 
Wo? Korschenbroich oder Düsseldorf, 16 bzw. 17 Uhr
 
 

SAMSTAG, 24.09. Transition Town bei Eröffnung Jonas-Park

Stofftaschen bemalen, Solarfotos machen, Kräuter raten: Transition Town wird Saatgut von Open Source Tomaten weitergeben und selbstgemachte Marmelade gegen eine Spende anbieten. Außerdem wird ein Imker vor Ort sein.
Berggartenoase, VHS, 13.30 -18 Uhr

Gardinen Predigt (2)

 

Fleisch. Fleisch.

 
 
Der Autor dieser Zeilen (in diesem speziellen Falle: ich) denkt manchmal: Hey, wird schon, wird schon besser, irgendwie bemühen sich doch alle“, aber dann hat er (also der Autor) dieses kostenlose Statistik-Abo abgeschlossen, eine Tatsache, die er (also ich) letzte Die Woche noch der Tante untergeschoben hatte. Und jetzt hab ich (also er) es schwarz auf weiß, vielmehr schweinchenrosa auf weiß, siehe Säulengrafik unten. Yo, unser Verein ist zwar vegan, alle sind gefühlt vegetarisch, nein, ich esse auch kein Fleisch, und wenn, dann nur bio oder wenn es ein Anderer kocht, bei meinen Eltern, Freundin/Freund, Omaopatanteonkel, aber ich kauf das nie, und wenn, dann beim Metzger, da weiß ich nämlich, wo das herkommt (nämlich von der Riesenschweinemassenmastanlage), dem vertraue ich. Und jetzt das:
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Von wegen Peak-Fleisch oder Peak-Everything. Es geht weiter rauf. Und das heftig und ungebrochen.
 
Ein Keim der Hoffnung:
 
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Immerhin! Oder? Wird ja doch was besser, zumindest hier in Deutschland. Und das ist wichtig, die westliche, imperiale Ego-Wertegemeinschaft ist schließlich das leuchtende Zentrum der Welt, nach dessen krankhafter Lebensweise so viele streben
Da es kein gesetzlich geregeltes Fleischverzehrmindestalter gibt, sind in den 55 Kilo Fleisch pro Jahr pro Kopf in Deutschland Babys, aber auch Vegetarier*innen mit gezählt, und wir alle essen also 150 Gramm Fleisch pro Kopf und pro Tag. Das ist ein ziemlicher Haufen, und wenn man die 150 Gramm sehr, sehr flach mit einem Schnitzelklopfer extremplanieren würde, wäre das in etwa so groß wie ein Fußballfeld. Und das jeden Tag!
Da wir heute wissen, dass Wurst nicht zu unserer Gesundheit beiträgt ist, und da wir wissen, dass Fleisch ein Haupttreiber der Klimakatastrophe ist, bleibt nur der Geschmack als einziges Argument, sich 150 Gramm Durchschnittsfleisch jeden Tag reinzustellen. Oder geht die Fleischeslust noch tiefer?
 

„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“

Kennt ihr das noch? Der Werbe-Klassiker der CMA:

 

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Seit 1973 hat sich auch etwas getan. Die CMA gibt es nicht mehr, und wenn es sie noch geben würde, würde es sicher unglaublich komisch wirken, wenn sie noch behaupten würde, Wurst sei ein „Fitnessrezept“.
Interessant und aktuell scheint der Spruch „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ aber noch immer. Dabei wird Fleisch doch in der Regel und fast ohne Ausnahme nicht mehr lebend konsumiert, jedes Fleischmahl ist so gesehen ein Leichenschmaus. Folglich müsste es natürlich richtig heißen „Fleisch ist ein Stück Leiche“. Totes Fleisch als Symbol für Lebenskraft, Totes wird mit dem Leben schlechthin, mit Lebendigkeit, gleichgesetzt – das könnte immer noch aktuell sein.
 

Opfergang auf Weber-Altar

Warum essen Menschen überhaupt noch Fleisch, wenn sie wissen, dass es ihrer Gesundheit schadet und der Biosphäre? Wahrscheinlich läuft die Fleischkonsum-Entscheidung unbewusst ab: Fleischesser*innen essen Fleisch vermutlich nicht, obwohl sie wissen, dass für ihre Currywurst Lebewesen getötet und vermutlich gequält werden, sondern weil sie es (unbewusst) ganz genau wissen – und genießen: Durch den Konsum von Fleisch kann ich mich in vollkommener Totalität über anderes Leben erheben. Ein Muster, das wir ähnlich ebenfalls im Konsum von Waren erkennen könnten. In der Negation von anderem Leben, also Leben, das ich nicht bin, wird mein eigenes Leben erst spürbar.
Das Inkorporieren (das Essen) von Fleisch kann als Urkonsum angesehen werden, mit dem ich mir die Lebendigkeit eines anderen Lebewesen einverleibe, in dem ich – in Anlehnung an das christliche Abendmahl – die dem Tier genommene Lebendigkeit symbolisch auf mich übertrage, in mich übergehen lasse. Der Fleischeslust könnte demnach ein Bedürfnis nach der eigenen, selbst nicht gelebten Lebendigkeit innewohnen. Oder der archaische Versuch, dem Ideal einer ewigen Jugend nahe zu kommen. Denn durch Fleischessen werde ich symbolisch zu dem, was ich in meinen Körper aufnehme, werde zum Tier: wild, lebendig, frei.
Dieser ritualhafte Übertrag von Lebendigkeit kann alleine und verwässert begangen werden, etwa durch den Verzehr von Salamitiefkühlpizza, oder gemeinschaftlich, pur, blutig und konzentriert durch Tier-Opfer auf dem Weber-Altar.
Fleischessen ist so betrachtet ein hochsymbolischer Vorgang, der nicht ernährungswissenschaftlich aufgeschlüsselt werden kann, sondern in den Bereich der Semiotik fällt.
Oder auch nicht.
 
Zum Schluss Musik.

 

 


Die Woche wird zusammengestellt von Lars

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