Wie Corona unsere Mobilität verändert

In Mönchengladbach gilt seit dem 17. Oktober Gefährdungsstufe 1 (7-Tage-Inzidenz über 35). Deshalb gelten verschärfte Maßnahmen: Dazu zählen auch strengere Kontaktbeschränkungen. Außerdem müssen die Bürger in bestimmten Bereichen der Mönchengladbacher und Rheydter Innenstadt einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Bund und Länder einen Teil-Lockdown beschlossen. Dieser gilt von Montag, 2. November bis zum Monatsende – vorerst.

Das Bundesarbeitsministerium forderte letzte Woche die Bevölkerung via Twitter dazu auf, während der zweiten Corona-Welle möglichst mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Dies wird auch Auswirkungen auf unser Mobilitätsverhalten haben, wie die Erfahrungen des letzten Lockdowns im Frühjahr zeigen.

Eine ADAC Studie belegt, dass der Autoverkehr durch mehr Homeoffice zu weniger Berufsverkehr und mehr Rad- und Fußverkehr führt. Aber nicht nur im Arbeitsalltag verändert sich unser Mobilitätsverhalten, sondern auch beim Freizeitverhalten und beim Einkaufen.

Die Menschen gehen generell weniger vor die Haustüre und erledigen ihre Sachen in kürzeren Abständen. So erledigen z. B. 70% ihre Einkäufe an einem oder zwei Tagen in der Woche (bisher 37%) oder kaufen vermehrt online ein. Fehlende Attraktivität beim Einkaufen und ein unwohles Gefühl führen zu erheblichen Umsatzeinbußen im stationären Handel.

Quelle: ADFC Berlin

Diese Veränderungen spiegeln sich natürlich auch auf den Mönchengladbacher Straßen und Innenstädten wider. Während die Straßen leerer werden, wird es auf oft viel zu schmalen Rad- und Gehwegen voller. Ein Begegnungsverkehr mit ausreichendem Abstand ist dort häufig nicht möglich. Gerade bei parkenden Autos am Seitenrand besteht keine Ausweichmöglichkeit, so dass eine Kontaktbeschränkung häufig nicht möglich ist. Auch an Ampel-Übergängen kann es zu wartenden Gruppen kommen, die sich viel zu eng begegnen.

Wir fordern deshalb zum Schutz der FußgängerInnen und Radfahrenden und zur Stärkung des Mönchengladbacher Einzelhandels mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr während des anstehenden Lockdowns.

Wie soll das konkret aussehen?

Da die Nutzung der Straßen durch den Autoverkehr in den nächsten Wochen signifikant zurückgehen wird, soll an mehrspurige Straßen die Einrichtung sogenannter Popur-Radwege geprüft werden. Hierdurch wird der Radverkehr auf die Straße verlegt und somit mehr Platz für den Fußverkehr geschaffen, da die bestehenden Radwege nun von den Fußgängern genutzt werden können.

Gartensatraße (Richtung Mönchengladbach)

Hierzu bieten sich z. B. die Stepgesstraße und Teile der Limiten- und Gartenstraße an. Bei diesen Straßen handelt es sich um wichtige Zubringerverbindungen zu den Innenstädten von Mönchengladbach und Rheydt bzw. um Kindergarten- und Schulwege (GymGa).

Gartenstraße (Richtung Rheydt)

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat am 6. Oktober 2020 eine Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts aufgehoben und die Einrichtung von temporären Radfahrstreifen (Popup-Radwegen) unter bestimmten Bedingungen stattgegeben.

Wir fordern die Mönchengladbacher Verwaltung deshalb auf, diese Möglichkeit schnell umzusetzen und hierdurch einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu leisten.

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