Klimanotstand

 

Wir starten das Jahr mit einem satyrischen Beitrag aus den Tiefen der Schweiz. Von Hans E. Widmer, der uns am 11. Februar besuchen wird.  (Hier als PDF zum Ausdrucken)


 

KLIMANOTSTAND

Ein Zwischenbericht

 

von Hans E. Widmer (P.M.)

Als das Parlament den Klimanotstand verkündete, lachten noch alle. Doch das Lachen verging den Leuten, als das Parlament einen Krisenstab einsetzte und mit allen «notwendigen Kompetenzen» versah.

Der Klimakrisenstab (KKS) verkündete sofort eine Reihe von Massnahmen: Verbot des Fahrens von Privatautos, Baustopp und Rückbau der Einfamilienhaushalden, Rationierung von Lebensmitteln und Transporten, Grounding von 90% der Flugzeuge, Einführung eines Ökopunktesystems (mit Kontrollarmbändern Marke IDENTA), Verbot aller privaten Computer und Handys, Verbot des Drucks von Büchern und Zeitungen, Verbot aller energieaufwändigen Sportarten, Schliessung der Alpen im Winter, Reduktion der Rinderherde auf 20%, Beschlagnahmung und Verschrottung aller Kühlschränke, Fernseher und Privatherde, keine Raumtemperatur über 16°. Das Buch aller Massnahmen war 300 Seiten dick.

Der Krisenstab teilte das Land in hundert Klimadistrikte ein, damit die Massnahmen lokal angepasst und überwacht werden konnten. Zur Durchsetzung dieser Massnahmen setzte der KKS zuerst die Polizei, dann auch Armee und Zivilschutz ein. Da war es hilfreich, dass die zwei Vertreterinnen des Bundesrats im KKS gerade die passenden Departemente hatten.

Als die Leute von den Anordnungen des KKS hörten, glaubten sie an einen bösen Scherz. Doch als dann im Säuliamt die ersten Baggerkolonnen auffuhren, als parkierte Autos ohne Information der Halter einfach abgeschleppt wurden, als die RRR (Recycling, Reparatur, Re-use) Zentren eingerichtet wurden, als Arbeiterinnen erschienen um Herde und Kühlschränke zu plombieren, da dämmerte es ihnen, dass es ernst war.

Man musste sich innert einer Woche im nächsten Kreisbüro oder auf der Gemeinde melden um das weisse Plastikarmband abzuholen, das der Kontrolle der Ökopunkte und auch aller andern persönlichen Daten diente. Es wurden überall Ökoterminals eingerichtet, wo man Zugang zum persönlichen Account, aber auch zum Internet, dem Bankkonto und zu Telefondiensten bekam. Dafür musste man allerdings wiederum Ökopunkte opfern. Anfangs gab es noch 1000 Ökopunkte pro Monat, dann sank die Zahl kontinuierlich.

Als die Handys eingesammelt wurden, musste der KKS psychologische Care-Teams einsetzen. Überall sah man Teenager herumsitzen, die mit leeren Augen in die Ferne starrten. Dann standen sie auf und liessen sich ein Buch vorlesen.

Da auch alle Fernseher eingezogen worden waren, blieb als einziges Telekommunikationsmedium noch das Radio, mit einem einzigen Sender, der vom Kommunikationsausschuss des KKS (KAKKS) betrieben wurde. Er brachte nur Nachrichten: Wetter, neue Restriktionen und Regeln, Stand der CO2-Reduktion, Einsatzbefehle, alles völlig unpolitisch und ohne moralische Appelle. Jeden Morgen um 7 Uhr hörte man die Stimme der Sprecherin des KKS, Charlotte Bühler (für die Deutschschweiz). Es war eine Stimme, die derjenigen ähnelte, die in den Trams die Haltstellen oder im Bahnhof Gleisänderungen durchgab, nur etwas heiserer und fast sinnlich. Ihr Gesicht war nicht bekannt, und ob es ihr richtiger Name war, war zweifelhaft. Überhaupt waren die Mitglieder des ganzen Krisenstabs (abgesehen von den beiden Bundesrätinnen) zu ihrem Schutz anonym. Man wusste nur, dass seine Zusammensetzung etwa dem Bevölkerungsdurchschnitt entsprach, leicht weiblicher und jünger. Der KKS ergänzte sich selbst. Das Motto hiess: Zahlen, Fakten, Regeln, Konsequenzen. Musik gab es keine, nicht einmal die Nationalhymne.

Musik gab es überhaupt nur noch unplugged und live. Dafür bekam man Ökopunkte, wenn man sich einem Chor, einer Theatergruppe oder einer Vorlesegruppe anschloss. Ging man nachts durch die Stadt, so bummelte man von Nachbarschaftschor zu Nachbarschaftschor.

Der KKS kommunizierte auch mit Plakaten. Es gab Anschlagbrettern und Wandzeitungen, wo man seine Meinung ausdrücken konnte, sofern es einem nicht den Atem verschlagen hatte.

Die Leerung der Alpen und der Vororte wurde durch Einquartierungen in zu grosse Wohnungen gelöst. Dabei wurde auf die Nähe des neuen Arbeitsplatzes geachtet. Der Baustopp wurde mit einem Umbauprogramm ergänzt, der Wohnbauten WG-tauglich machte, zudem wurden leerstehende Bürogebäude umgenutzt. Dadurch entstand genug Wohnraum.

Werbung wurde generell verboten. Verboten wurden auch alle Logos. Als Schrift war nur schwarze Helvetica auf weissem Grund zugelassen. Wenn man also noch ein Coca-Cola fand, dann prangte auf der Flasche ein weisses Band mit der Aufschrift Koka-Kola. Auch Logos von Ämtern, Kantonswappen, sogar das Überlogo der Schweizerfahne, wurden abgeschafft. Die Schweiz hatte nun als Fahne ein weisses Stück Stoff, auf dem «Schweiz» stand. So hiess sie ja auch. Diese Massnahmen führten zu einer Entspannung im öffentlichen Raum, linderten den Konsumverzicht und schufen eine nüchterne Atmosphäre, ganz so wie es zu einem Notstand passt.

Der restriktiven Umwelt-Vorschriften des KKS fielen 57% der Unternehmen zum Opfer, weil sie kein Klimaschutzkonzept hatten. Was noch gebraucht wurde, wurde vom Wirtschaftsausschuss des KKS (WAKKS) organisiert. Die wöchentliche Arbeitszeit sank auf 20 Stunden. Da Arbeit einer der grössten Klimakiller war, gesellte sich zur Flugscham bald die Arbeitsscheu. Da prahlte Rolf z.B. abends in der Wärmestube «Rüsselmolch»: «Ich habe heute nur drei Stunden gearbeitet.» «Pah,» trumpfte Rita auf, «ich gar nicht.» »Aha, die heilige Rita, Schutzpatronin aller Arbeitsscheuen.» Dafür musste man einen Tag pro Monat einen Landeinsatz leisten, einen Tag einen Arbeitseinsatz im nächsten RRR und einen Tag für soziale Aufgaben. Die Regel besagte, dass alle zu Fuss zum Arbeitsplatz oder in die Schule gehen konnten. Ansonsten ging das, was die Linken Kapitalismus und die Rechten Wirtschaft nannten, weiter wie vorher: Arbeit, Lohn, Geld. Nur von allem viel weniger und weniger hektisch. In der Regel wurden alle Versuche zu wachsen oder unökologische Produkte herzustellen von den WAKKS-BeraterInnen vereitelt. Das Motto des WAKKS hiess: Grundbedürfnisse werden befriedigt, über den Rest reden wir später. (Gerade heute gibt es seit Jahren zum ersten Mal wieder einige Ökopunkte mehr.)

Zur Verpflegung der Bevölkerung wurden Ernährungsstützpunkte (ES) eingerichtet, nie weiter als 50 Meter von der Unterkunft (von eigentlichen Wohnungen konnte man nun nicht mehr reden) entfernt. Dort wurde mit ökologischen lokalen und saisonalen Zutaten und den effizientesten Herden gekocht. Es wurden Nahrungsmittel professionell und effizient zubereitet und gelagert: null Food Waste. Als ein Protestschrei durchs Land ging, weil die privaten Küchen stillgelegt und später ausgebaut wurden, erklärte Xhevahire Berisha, die Sprecherin des Ernährungsausschusses des Krisenstabs (EAKKS): «Sorry Leute, ihr habt eure Chance gehabt. Die Haushalte verursachten 80% des Food Waste. Ihr hattet 40 Jahre Zeit um das in den Griff zu bekommen. Jetzt ist Schluss mit Shopping und Kochen. Das Perfekte Dinner findet im ES statt. Hobbyköche sind willkommen. Guten Appetit und einen schönen Abend.»

Xhevahire wurde übrigens durch den Berisha-Burger bekannt: ein ökologisch ausbalancierter Bratling, der überwiegend vegetarisch, aber nicht vegan war, mit einem nicht weiter spezifizierten tierischen Proteinanteil von 10% (er gehörte zum obligatorischen nose-to-tail Programm). Dazu wurde ein von Ottolenghi entwickelter Pflaumenketchup gereicht. Kutteln, Chatzegschrei, Leberli usw. waren nun wieder sehr beliebt.

Das ES-System wurde von fast allen verstanden. Nur Migros, Coop usw. hatten Mühe damit, weil ihre Läden leer blieben. Die Angestellten wurden aber nicht arbeitslos – sie wurden nun in den ES gebraucht. Die Mehrheit empfand die neue Ordnung sogar als entlastend, vor allem berufstätige Alleinerziehende. Illegales Einkaufen und Kochen war noch eine Weile lang häufig, doch die Köche wurden von den freiwilligen Öko-Beraterinnen (im Volksmund Öko-Sheriffs genannt), die hauptsächlich aus den alten Klimaaktivistinnen rekrutiert wurden, aufgespürt und angezeigt. Ökopunkte wurden abgezogen, schlimmstenfalls drohten Gefängnisstrafen gemäss dem Öko-Strafgesetzbuch, das Bundesrätin Keller Sutter dem Nationalrat vorgelegt hatte. Zusammen mit dem ECOs (Ecological Compliance Officers) sorgten diese Freiwilligenpatrouillen für eine kapillare Umsetzung der Anordnungen des Krisenstabs. Während die ECOs Polizeikompetenzen hatten und die grau-beige Uniform des KKS trugen, trugen die Ökoberaterinnen noch ihre alten Kleider und ein weisses Armband am rechten Ärmel. Die Farbe weiss war überhaupt die offizielle, weltweite Farbe der Klimakrisenstäbe und ihrer Organe, wahrscheinlich wegen der verschwindenden Eisbären oder der schmelzenden Polkappen, vielleicht auch als Zeichen des Friedens und der Kapitulation der Konsumgesellschaft. Andere sagten, das Weiss gehe auf die Globus Papiertasche zurück. In Krisengebieten gab es Weisshelme, z.B. wenn bewaffnete Off-Roader-Fahrer sich in Shoppingcentern verschanzten. Der amerikanische Präsident Trump, der überraschend als Klimapräsident («Ich war immer schon ein Klimaaktivist.») eine dritte Amtszeit geschafft hatte, gab einen letzten Tweet durch, der so lautete: «Make America white again.»

Meist erfüllten umgebaute Restaurants die Funktion von ES, manchmal wurden Wohnungen oder Läden in Erdgeschossen verwendet. Diese Stützpunkte dienten oft auch als Wärmestuben, wo man im Winter bei 22° oder mehr zusammensitzen und spielen, singen oder Vorleserinnen zuhören konnte. Dabei wurde oft aus alten Kochbüchern vorgelesen, ein Renner war Christian Seilers «Alles Gute». Da flossen einige Sehnsuchtstränen. Die ES lieferten von Anfang an eine komplette, ausgewogene Verpflegung, vom Frühstück bis zum Abendessen. Wer nicht mit andern KlimabürgerInnen zusammensitzen wollte, konnte sein eigenes Geschirr bringen, das Essen fassen, im Zimmer essen und zum Abwaschen zurückbringen. Spitzenköche wie Meret Bissegger, Silvia Manser, Vreni Giger, Tanja Grandits oder Andreas Caminada engagierten sich mit Rezeptempfehlungen und stellten sich als Störköche an ES-Herde. Während die normalen Beizen wie schon früher dahinschwanden, blühte die Spitzengastronomie auf. Es war kein Problem, einmal im Jahr 30 Ökopunkte und 500 Franken drauf zu hauen, wenn es kaum andere Vergnügungen gab. Auch Theater, Kinos und Cabarets waren immer voll. Sie waren ja auch geheizt.

Natürlich gab es anfangs Widerstand. In der Schweiz nabelte sich der ganze Kanton Schwyz ab und erklärte sich für «klimaunabhängig». Mit Sturmgewehren bewaffnete Milizen blockierten mit Off-Roadern und Traktoren alle Zufahrtsstrassen. Bauern weigerten sich ihre Rinderherden zu reduzieren, produzierten wie bis anhin überschüssige Milch und leerten sie aus Protest in die Güllengruben. Die Bundesversammlung musste eine Klimageneralin wählen, die Oberstin Dufour Batic aus Nyon, die eine Klimabrigade mobilisierte, den Kanton umzingelte und belagerte. Diese Brigade übernahm den Schutz der DeserteurInnen, die als Klimaflüchtlinge aus dem Kanton in die Restschweiz flüchteten. Sie waren mit dem Tod bedroht worden. Sogar die Muotathaler Wetterfrösche flohen, weil sie einen extrem heissen Sommer vorhergesagt hatten und als Verräter galten. Die Schwyzer Rebellen fuhren demonstrativ in ihren Off-und On-Roadern off und on road herum, grillierten auf öffentlichen Plätzen dicke Rindssteaks, warfen Gemüse auf die Strasse und kochten zuhause. Generalin Dufour Batic hielt ihre Truppen, die auf einen bewaffneten Einsatz drängten, mit ihrer gmögigen Art gut unter Kontrolle. Einige hitzköpfige Unteroffiziere, die Mitglieder von Extinction Rebellion gewesen waren, beschimpften die Schwyzer Freischärler über die Waffenstillstandslinie hinweg als «Faschisten, Klimaverbrecher, Hinterwäldler, Schmalspurnazis!» Worauf diese mit «Grün-linke Saubande, kommunistisches Pack, Sozialistenschweine, elitäre Volksunterdrücker» antworteten. Die Ironie der Situation bestand darin, dass der Notstand von allen Faktionen ausgerufen worden war, und dass gerade die grün-linken Stadtregierungen und Fraktionen über das autoritäre Vorgehen des KKS am unglücklichsten waren. Sie beharrten auf einem demokratischen bottom-up Approach. Als die Grün-Linken aufmuckten, wies sie Charlotte Bühler in einer Stellungnahme darauf hin, dass sie und alle Alternativen und Autonomen 50 Jahre Zeit gehabt hatten um die Klimakatastrophe bottom-up zu bekämpfen, und dass sie ausser ein paar netten Initiativen und einzelnen Projekten nichts Substanzielles vorzuweisen hatten. Da hätte man noch lange auf die Selbstverantwortung und Eigeninitiative der BürgerInnen warten können. Die einzige Eigeninitiative, die sie hatte feststellen können, war Business as usual, garniert mit ein bisschen Flugscham, gewesen. Die sozialdemokratische Bundesrätin hatte damals sogar verkündet, die Bevölkerung würde die Energiewende gar nicht spüren, und das Leben würde normal wie immer weitergehen. Da hielten sie ihren Mund.

Nun, als ihnen das Benzin ausging, kapitulierten die Schwyzer Klimarebellen. Zwei Drittel der Bevölkerung und die Kantonsregierung waren ihnen ohnehin davongelaufen. Als letzten Protest zündeten sie ihre Off-Roader an und töteten alles Rindvieh. Generalin Dufour Batic marschierte mit ihren Truppen ein, liess Gratisbier verteilen (das war ja auch ausgegangen), Saucengummeli und Älplermagronen in Armeeküchen kochen, die schönen neuen beige-grauen Klimauniformen verteilen. Von nun an galten die Schwyzer als eigentliche Klimatalibans, die man in ihrem Übereifer bremsen musste.

Die grösste Widerstandsbewegung, die sogar zu einigen Todesopfern führte, entstand allerdings erst, als der KKS die Beseitigung von Hunden, Katzen und anderen Haustieren anordnete. Ihre Ökobilanz war unbestreitbar katastrophal. Zuerst wurde noch erwogen die Tiere zu verwerten, etwa als Füllung von Raviolikonserven, doch dann stellten die Kantonstierärztinnen fest, dass das ihr Fleisch so von Medikamenten verseucht war, dass man sie als Sondermüll verbrennen musste. Als die ECOs sich anschickten den Besitzerinnen ihre Lieblinge zu entreissen, spielten sich herzzerreissende Szenen ab. Es erschienen Spruchbänder mit herzigen Katzen- und Hundeköpfen, auf denen stand (in Helvetica auf weissem Grund): «Wir sind kein Sondermüll». In einigen Dutzend Fällen stellten sich Hunde- oder KatzenhalterInnen mit geladenen Sturmgewehren gegen die BeamtInnen. Fünf ECOs und drei HaustierhalterInnen kamen ums Leben, es gab hunderte von Verletzten. Der Widerstand flaute etwas ab, als in allen Quartieren, meist neben den ES und den Wärmestuben, Katzen- und Hundecafés eingerichtet wurden, wo man KKS-lizenzierte Tiere streicheln oder mit ihnen spielen konnte. Diese Tiere trugen zu ihrem Schutz ein weisses Halsband.

Doch nicht nur im Inland gab es Probleme. Da die Schweiz den Klimanotstand ein Jahr nach Deutschland und der EU ausgerufen hatte, und die Krisenstäbe in den angrenzenden Ländern schon viel radikalere Massnahmen getroffen hatten, stauten sich an den Landesgrenzen Klimaflüchtlinge in Off-Roadern, mit Steaks in Tiefkühlbehältern im Kofferraum, um bei uns herumzufahren und (noch legale) Grillparties abzuhalten. Einige beantragten auch Klimaasyl. Diese massive Zuwanderung und die ekelhafte Braterei auf Plätzen und in Pärken war mit ein Grund, dass die Bundesversammlung dann zügig den Notstand nachvollzog, worauf die frustrierten Deutschen, Franzö(o)s*inn/en und Italiener_innen in ihre Klimazonen zurückfluteten. Die Zuwanderung aus dem globalen Süden ebbte ebenfalls bald ab, als die UNO mit ihrem Klimanotstandsprogramm 20 Billionen Dollar einsetzte, um überall auf der Welt die nötigen Infrastrukturen für ein klimagerechtes Leben aufzubauen. Es gab nur noch wenige Flüchtende. All jene, die in den Norden flüchten wollten, weil sie durch die Versprechungen der Konsumgesellschaft verführt worden waren, blieben, wo sie waren, weil die Konsumgesellschaft ja verschwunden war. In der Gegenrichtung gab es hingegen einen Brain-reflux, weil Ausgewanderte, aber auch Freiwillige aus den nördlichen Ländern, beim Aufbau in Afrika oder Asien dabei sein wollten. Was half, war die massive Unterstützung, die die Bewegungen von Hong Kong bis Chile nun unter der Rubrik Klimainterventionen bekamen. Weisshelme aus allen Ländern halfen dabei, die autoritären Regimes zu neutralisieren und Klimakrisenstäbe einzusetzen. Dass diese Interventionen unter dem Oberbegriff Ökologie geschahen, trug viel dazu bei ideologische, religiöse oder ethnische Verhetzungszustände zu dämpfen.

Überhaupt war die Zusammenarbeit mit den KKS der umliegenden Regionen oder Länder sehr erspriesslich. Im Rahmen des Krisenprogramms der EU konnte ein System von Nachtzügen, die Flüge ersetzten, eingerichtet werden. Das EU-Zimmertauschprogramm machte es möglich, dass man kostenlos in Berlin oder Moskau wohnen, ES benützen, in RRR mitarbeiten oder Äcker in Weissrussland jäten konnte. Die Ökopunkte erlaubten eine gewisse Anzahl von Transportgutscheinen – wer besonders brav war, konnte sich eine Zugreise mit dem neuen Orientexpress bis Teheran leisten.

Nachdem die drei grossen klimaschädigenden Bereiche Wohnen, Arbeiten, Essen und Transport einigermassen unter Kontrolle waren, begann man sich um Details wie Bekleidung, Möbel, Spielzeuge usw. zu kümmern. Bei den Kleidern wurde sofort ein Import-, Produktions- und Verkaufsstopp angeordnet. Das hatte keine grossen Auswirkungen – man trug einfach die alten Kleider weiter. Etwas später wurde dann von innovativen Textilingenieurinnen und Designerinnen eine ökologische Einheitsbekleidung entwickelt, die schonend und lokal produziert werden konnte, leicht waschbar und langlebig war. Dazu kamen auch Schuhe aus Kunststoffen – Winterstiefel, Übergangsschuhe und Sandalen. Der Set bestand aus einer langen, einer kurzen Hose, einer Jacke, einem Fleece-Kapuzenpullover, einem Hemd, einem Wintermantel. Man konnte sie in allen Farben bekommen, vorausgesetzt, es war das Grau-Beige, das der früheren Zivilschutzuniform glich. Natürlich wurden die ECO-Star-Kleider in den RRR-Werkstätten massgeschneidert und waren eigentlich ziemlich elegant. Allmählich wurde dann die alten Kleider eingezogen, weil ihre gesamte Ökobilanz vor allem wegen des Waschens schlecht war. Gegen diese Uniformierung – beige Ameisen war das Wort – erhob sich, wie gegen fast alle Massnahmen des KKS, ein riesiger Aufschrei. «Der KKS hat sich endgültig als gleichmacherische Ökodiktatur demaskiert», las man dann auf Wandzeitungen. Als aber Charlotte Bühler bekannt gab, dass selbstverständlich Accessoires wie Schale, Hüte, Schmuck, zulässig waren, entfaltete die Bevölkerung eine immense Kreativität die Uniform zu verzieren und zu ergänzen. Auch waren Haarschnitte ökopunktefrei. Tätowierungen nahmen rasend zu. Einige liessen sich Lackschuhe auf die Füsse tätowieren. Als am 15. Mai 2023 der erste Barfusstag (Sohlen sparen, hiess das Motto) verkündet wurde, lackierten sogar Männer ihre Zehennägel und wurden Fusstattoos Mode. Der erste Barfusstag im Jahr wurde ohnehin zu einem ausgelassenen Frühlingsfest. Man zeigte sich gegenseitig seine frisch bemalten Füsse. Die Kombination von barfuss und Uniform machte diese irgendwie erträglich. Sogar ECO-Beamtinnen kamen barfuss in die Häuser, um Thermostaten zu kontrollieren, elektrische Apparate zu beschlagnahmen oder allfällige Lebensmittelverstecke auszuheben. Es wurde auch kontrolliert, ob man wirklich das eigene Öko-Armband trug. (Einige Schlaumeier hatten versucht Armbänder zu tauschen, doch es gab häufige Kontrollpunkte auf den Strassen und die Strafen waren saftig. Zudem funktionierten alle Terminals mit Gesichtserkennung und begrüssten einen mit dem Vornamen.)

Barfuss zu gehen war auch darum ein Genuss, weil die Strassen mangels Verkehr sicher und sauber waren. Neben einigen Rufbussen, Polizeiautos, Ambulanzen und ES-Transportern (alle elektrisch) sah man eigentlich nur noch die weissen Einsatzautos der ECOs. Es waren dies Elektromobile ohne Nummernschild, ohne Markenbezeichnung und mit getönten Scheiben. Die Aufgabe der ECOs war immer noch heikel. Sie stammten nie aus dem gleichen Klima-Distrikt und rotierten landesweit. Oft trugen sie weisse Gesichtsmasken. Wer die ECOs freundlich begrüsste und sie zu neuralgischen Stellen führte, wurde als Öko-Schleimerinnen geschnitten. Es gab sie und uns, das musste klar sein. In gewissen Landesteilen bewegten sich die KKS-Fahrzeuge im Konvoi mit Polizei- oder Militärfahrzeugen. Das Volk war so erstmals seit langem solidarisch vereint – gegen den Ökoterror. (Schlauere ZeitgenossInnen vermuteten, dass genau diese Reaktion die Absicht des KKS gewesen war.)

Die Massnahmen des KKS hatten grosse Auswirkungen auf das Bildungs- und Gesundheitswesen. Es mussten nun alle Schulen bis und mit Sekundarstufe zu Fuss erreichbar sein. Das Gymnasium wurde für allgemein erklärt und dezentralisiert. Es gab nun in Fussweite Schulzimmer, bzw. Lerntreffpunkte, die man grösstenteils in leeren Erdgeschossen, verlassenen Grossverteilerfilialen oder Bürobauten installierte. Während die SchülerInnen aus dem Quartier stammten, bekamen die Lehrerinnen Transportgutscheine, um die jeweiligen Lerntreffpunkte zu besuchen. Das reduzierte das Transportaufkommen um einen Faktor 20. Der öffentliche Verkehr konnte stark redimensioniert werden. Bei der Bahn galt höchstens noch ein 2-Stundentakt, wo bei es überall einen Morgenzug um 7 und einen Nachzug um zwölf gab. Bahnhofkapselhotels sorgten dafür, dass man übernachten konnte, wenn man irgendwo strandete.

Beim Gesundheitswesen wurden Gesundheitsstützpunkte analog zu den RRR eingerichtet, wo geeignetes Medizinalpersonal den allgemeinen Gesundheitszustand überwachte und dafür sorgte, dass nur die schlimmsten Fälle in Spitäler überwiesen wurden. Spezialbehandlungen wurden national zentralisiert. Unnötige Operationen wurden reduziert. Die MedizinerInnen liessen sich da allerdings nicht dreinreden – eine Ausnahme, die vom KKS respektiert wurde. Aus ökologischen Gründen wurde die Pharmaindustrie unter KKS-Aufsicht gestellt, weil sie notwendige Medikamente nicht mehr herstellen wollte. Obwohl sowohl der Aufwand als auch die Kosten für das Gesundheitswesen drastisch sanken, war die Bevölkerung insgesamt gesünder und die Lebenserwartung stieg sogar noch etwas. Gesundes Essen, viel Bewegung, wenig Arbeit, zahlten sich aus. Auf den leeren Strassen sah man jeden Tag grosse Rudel von Tai Qi, Qi Gong oder Yoga Begeisterten herumturnen.

Die Wirtschaftspolitik des WAKKS (Wirtschaftsausschuss) war sehr undogmatisch. Die Regel hiess: nichts verstaatlichen, nichts enteignen. Grosse Vermögen wurden eingefroren, Banken sistiert und durch eine einzige provisorische Nationalbank ersetzt, wichtige Firmen bekamen eine/n temporäre/n ECO-Manager/in. Was nicht rentierte, aber notwendig war, wurde durch Kredite der Nationalbank gerettet. Generell wurde Wachstum als unökologisch eingestuft, Schrumpfen belohnt. Überzählige Manager innen konnten ihre Fähigkeiten in RRRs, ESs oder anderen Agenturen austoben. Carlo Müller, der Sprecher des WAKKS, sagte immer wieder: «Wir haben keine wirtschaftlichen Probleme. Relax.»

Wir haben zwei Interviews geführt, um die Massnahmen aus der Sicht der Betroffenen zu betrachten.

Als erste Interviewte stellte sich Christine Lorenzi (28) aus Basel zu Verfügung. Sie ist Molekularbiologin.

«Liebe Frau Lorenzi, sind Sie glücklich?»
«Nein. – Du kannst mich duzen.»
«Wie kommt das – was macht dich unglücklich?»
«Nun, vieles, das Ganze. Es ist alles so eng, so reglementiert, bei jeder Entscheidung muss man an die Ö-Punkte denken.»
Sie hält den rechten Arm hoch.
«Und dieses Armband ist eigentlich ein Zeichen unserer Versklavung. Es ist wie bei George Orwells 1984: totale Kontrolle. Sogar die grosse Schwester gibt es: Charlotte Bühler.»
«Wie wollen sie sonst eine gerechte Klimapolitik machen? Vor den Ökopunkten sind schliesslich alle gleich. Wenn man das Verhalten über Preise regeln würde, könnten die Reichen sich weiter alles leisten, und kämen die Armen unter die Räder.»
«Du redest schon wie Charlotte. Klar, sehe ich das ein. Der Kopf sieht es ein, das Herz ist dagegen. Genau. Ich bin traurig. Mein Traum auf Maui surfen zu gehen, wird nie in Erfüllung gehen.»
«Immerhin gibt es doch weltweite Austauschprogramme. Wenn man lange wegbleibt und eine Aufgabe zu erfüllen hat, gibt es Transportgutscheine.»
«Mit Maui gibt es kein Austauschprogramm, aber nächstes Jahr gehe ich nach Kambodscha.»
«Aber du warst doch damals bei den Fridays for Future sicher auch dabei und hast Climate Justice gerufen. Jetzt hast du sie: eine Milliarde Menschen ist unglücklicher, dafür sind 6 Milliarden sehr viel glücklicher. Das Gesamtglück ist gestiegen. Das ist doch gerecht.»
«Aber mit dem System Change hat’s nicht geklappt. Wir haben immer noch Kapitalismus, nur ökologisch bevormundet.»
«Wie hast du dir das denn vorgestellt?»
«Wir dachten, man könnte das durch die Überzeugung lösen, mit Zahlen, Fakten, Aufrufen. Wir dachten: wenn immer mehr mitmachen, dann gibt es schliesslich einen Durchbruch. Doch es sollte von unten kommen. Genau.»
«Es gab ja einen Durchbruch: alle Regierungen erklärten den Klimanotstand.»
«Man hätte vielleicht nicht von Notstand oder von Ausnahmezustand reden sollen. Es erinnert irgendwie an die Machtübernahme der Nazis. Etwas weniger Drama wäre besser gewesen.»
«Aber ohne Drama hätte sich auch nichts bewegt.»
«Stimmt wohl. Und dennoch: früher war das Leben freier. Ich vermisse die Ferien in Spanien. Man kann nicht mehr snowboarden gehen. Man muss diese öden Ö-Klamotten tragen. Kein Handy mehr, Abmachungen werden mühsamer. Diese unsäglichen Brettspielabende in den Wärmestuben. Das masochistische Vorlesen von alten Gourmet-Rezepten. Das Schlimmste sind aber die Ökoschleimerinnen, die das alles toll finden und vor Charlotte geifernd auf die Knie gehen.»
«Nun ja, aber sie haben ja recht. Der CO2-Ausstoss ist nun auf einem planetenverträglichen Niveau.»
«Man hätte das anders erreichen müssen. Es ist alles falsch gelaufen
«Aber ihr wolltet ja drastische Massnahmen.»
Christine lacht auf.
«Und weisst du, was das Komischste ist? Das meiste, was der KKS verordnete, hat er aus unserem Aktionsprogramm abgeschrieben!»
«Ist doch ein Erfolg.»
«Nein, nein, nein. Es ist Scheisse
«Dumm gelaufen?»
«Genau.»
«Heisst das nun, dass du das Ende des Notstands willst, also den Zustand vor dem Amtsantritt des KKS?»
«Auf keinen Fall! Ich will mich nicht noch einmal umgewöhnen. Die Leute haben sich ja an all das gewöhnt: die ES, die jetzt super kochen, die gemütlichen Wärmestuben an allen Ecken, die Barfusstage, das Basteln in den RRR, die Berisha Burger, die viele freie Zeit, die permanenten Chor-Konzerte…»
«Bist du auch in einem Chor?»
«Ja, die Jumbleweed-Singers. Die Leute sind bequem, sie wollen keine Veränderungen, sie haben Angst, dass es ihnen dann schlechter gehen könnte. Es gibt keine Hoffnung auf eine neue Bewegung, eine erneute Wende. Genau.»
«Der KKS hat ja angekündet, dass es einen festen Termin für das Ende seines Wirkens gibt. Aber der Termin wird nicht kommuniziert.»
«Genau. Und das ist gut so. Von mir aus kann das ewig so weiter gehen
«Die ganze Scheisse?»
«Genau.»

Unser zweiter Interviewpartner heisst P.M. Er gehört zur Generation der Boomer, war schon 1968 dabei und hat mehrere Bücher geschrieben, darunter bolo’bolo, eine Art Blueprint für eine ökologische und gerechte Zukunft. bolo’bolo erschien 1983.
«Herr P.M. – Sind Sie glücklich?»
«Nein; und du kannst Hans zu mir sagen.»
«Warum bist du unglücklich, es ist ja alles ungefähr so herausgekommen, wie im bolo’bolo…»
«Eben nicht. Überhaupt nicht. Was wir haben, ist genau das, wovor ich immer gewarnt habe: eine Ökodiktatur
«Diktatur? Es gibt ja immer noch alle demokratischen Rechte und Gremien, Wahlen, Abstimmungen, eine unabhängige Gerichtsbarkeit, Meinungsfreiheit.»
«Das ist nur noch eine Fassade. Während sie die einzige Radiostation haben, kannst du höchstens mit einem Filzstift auf eine Wandzeitung schreiben. Oder in den Wärmestuben ausrufen.»
«Demonstrationen sind nicht verboten.»
«Stimmt, aber niemand demonstriert, weil es nichts mehr zu demonstrieren gibt. Ausser die Ex-Hundehalter – die randalieren immer wieder. Es ist hoffnungslos. Es herrscht politische Lethargie. Es herrscht ein lähmender Konsens
«Wie hast du damals die Ausrufung des Klimanotstands eingeschätzt?»
«Wie die meisten dachte ich, dass das rein symbolisch war. Das Weihnachtsgeschäft, all die Black Fridays, Digital Mondays, die Konsumorgien und Ferienflüge würden einfach weitergehen, Benzin würde vielleicht etwas teurer werden, nicht viel würde sich ändern.»
«Aber da hast du dich getäuscht.»
«Ich war schockiert. Ich kann es heute noch nicht glauben. Ich habe nicht verstanden, warum die Leute sich nicht gewehrt haben.»
«Vielleicht weil alle insgeheim wussten, dass es nicht mehr wie bisher weiter gehen konnte, und dass etwas in der Art geschehen würde. Die scheinbar radikalen Massnahmen wurden eigentlich erwartet. Zahlen und Fakten waren bekannt, auch dank deiner Publikationen.»
«Aber ich glaubte an die kognitive Dissonanz. Maximales Umweltbewusstsein hatte sich 40 Jahre lang mit minimalem Handeln sehr gut vertragen. Nun habe ich den Glauben an das Versagen der Politik verloren. Das tut weh.»
«Du bist doch nur neidisch, weil es anders gelaufen ist, als es dir vorschwebte: es gibt keine bolos, keine tegas, keine takus – rein gar nichts. Die Bewegung von unten hat gar nichts gebracht.»
«Das Wichtigste fehlt: die Selbstverwaltung. Die Menschen haben die Dinge nicht selbst in die Hand genommen, sondern sich von einer grossen Mama Staat gängeln lassen. Das wird sich noch rächen. Was passiert, wenn der KKS aufhört?»
«Wahrscheinlich nichts. Wie immer schon. Die Leute sind träge, sie haben schlicht keine Lust, in endlosen Workshops und Sitzungen zu partizipieren oder sich selbst zu verwalten, wo doch die Regeln eh klar sind. Und dann war da ein Zeitproblem. Es lief uns die Zeit davon. Hätten wir gewartet, bis die Leute sich massenhaft selbst organisierten, hätte sich das Klima schon auf mehr als 5° erwärmt gehabt.»
«Naja, vielleicht gab’s ein Rhythmusproblem. Wir kamen mit unseren Basisprojekten effektiv nicht voran. Aber dieser Ökoputsch hätte trotzdem nicht passieren dürfen. Das war sehr disruptiv.»
«Immerhin hat er das, was die Linken Kapitalismus nannten, de facto ausgehebelt
«Aha, du meinst, sie haben geschickt über die Banden gespielt?»
«Ja, es waren ja die bürgerlichen Parteien, allen voran die FDP, die ihn inszeniert haben.»
«Schon. Aber ihre Absicht war damit einen solchen Volksaufstand zu provozieren, dass das Klimathema ein für alle Mal vom Tisch war. Da haben sie sich verrechnet.»
«Dumm gelaufen?»
«Nicht ganz. Es war knapp. Wäre die Armee nicht gewesen, hätte es den Backlash gegeben.»
«Die Armee war grün. Was für eine Überraschung.»
«Ja, und die Chefin war eine Frau, die nicht am Herd blieb…»
«Sehr lustig. Und was machst du nun mit deiner grossen Enttäuschung?»
«Ich mache etwas Yoga, bin bei einer Theatergruppe dabei, helfe in meinem ES Berisha-Burger braten.»
«Willst du zurück zum Zustand vor dem Putsch?»
«Spinnst du? Ich bin zu alt für Experimente

30.12.2019

2 Gedanken zu “Klimanotstand

  1. djbrauner schreibt:

    Hallo Lars,

    Frohes neues Jahr!

    Was hältst Du eigentlich von FIL MEA, dem neuen Unverpacktladen in Windberg?

    Viele Grüße

    Dirk

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