Fairtrade – Handel(n) verändern

Der vergangene LateNight Kaffeeklatsch von Eine Erde e.V. stand ganz im Zeichen des „Fairtrade“.

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Rapha Breyer, Referent des BDKJ und Experte auf dem Gebiet des Fairtrade, erklärte uns Wirkung und Funktionsweise des Fairen Handels und räumte weitverbreitete Mythen und Missverständnisse aus. Für alle Nichtdabeigewesenen ein Überblick:

Was ist Fairtrade?

Fairtrade steht für fair angebaute und fair gehandelte Produkte. Trägt ein Produkt das Fairtrade-Siegel, so müssen alle Zutaten, die unter Fairtrade-Bedingungen erhältlich sind, Fairtrade-zertifiziert sein.

 

 

csm_service_leichte_sprache_siegel_567x578_d1d5710d99Wofür steht das Fairtrade-Siegel?

Das Fairtrade-Siegel steht für ein Regelwerk, das Kleinbauernorganisationen, Plantagen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einhalten müssen. Diese sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien, sollen eine nachhaltige Entwicklung der Produzentenorganisationen in den Entwicklungs- und Schwellenländern gewährleisten.

 

Um welche Produkte geht es?

Bei Fairtrade liegt der Schwerpunkt auf Agrarprodukten aus Ländern des globalen Südens: Bananen, Kaffee, Tee, Kakao, Saft, Reis, Zucker, Baumwolle – also Produkten, die wir importieren müssen, weil sie in unseren Breitengraden nicht angebaut werden können.

 

Welche Spielregeln gelten im Fairtrade?

Banana Organic Fair Trade

Fairtrade steht für vertraglich vereinbarte Mindestpreise, die Produzenten unabhängig machen von den Schwankungen der Weltmarktpreise und die Kosten für den nachhaltigen Anbau decken. Langfristige Verträge und die Vorfinanzierung von Ware bietet ihnen zusätzliche Sicherheit. Mit jedem Fairtrade-Produkt wird zudem eine Prämie für die Bauern erwirtschaftet, die in selbstbestimmte Gemeinschafts-Projekte fließt. Wer Fairtrade kauft, darf von demokratischen Strukturen, geregelten Arbeitsbedingungen und dem Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgehen. Fairtrade steht zudem für einen umweltschonenden Anbau, den Ausschluss von gentechnisch verändertem Saatgut und vielen gefährlichen Pestiziden.

 

Wer kontrolliert die Einhaltung dieser Regeln?

Fairtrade zertifizierte Produkte unterliegen strengen Kontrollen. Das Zertifizierungsunternehmen FLO-Cert ist regelmäßig mit sogenannten Auditoren zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Fairtrade-Standards vor Ort.

 

Fairtrade – reicht das?

Fairtrade ist ein wichtiger erster Schritt, um das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern zu verbessern. Aber auch Fairtrade-Produkte bedürfen eines kritischen Konsums und sollten nicht allzu oft auf den Speisenplan. Generell gehört zum Einkauf immer eine gesunde Portion Menschenverstand. Wir sollten unsere eigenen Einkaufsgewohnheiten kritisch hinterfragen, nach Möglichkeit auf regionale oder saisonale Alternativen ausweichen und auch die Ökobilanz von Produkten berücksichtigen, weiß Rapha Breyer.

Rapha-Breyer-2014

Rapha Breyer: „Ich selbst esse keine Bananen mehr. Da gibt es doch so viele regionale, leckere Alternativen, da muss ich nicht unbedingt die importierte Banane haben!“

 

Zum Weiterlesen:
https://www.fairtrade-deutschland.de
http://www.bdkj.de/der-bdkj/bundesstelle/

 

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