Tante LeMi, was ist eigentlich Bio-Plastik?

Bio-Plastik, das sind Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe wie Stärke und Cellulose aus Mais, Zuckerrüben und Hölzern. Auch Rohstoffe wie Chitin, Casein, Gelantine, Getreideproteine und Pflanzenöle kommen in Frage.

Tatsächlich waren Bio-Kunststoffe die ersten industriell erzeugten Massenkunststoffe. 1869 eröffnete eine erste Fabrik zur Herstellung von Celluloid, einem Kunststoff auf Cellulose-Basis. Filme, Brillen, Spielzeug oder Kämme wurden aus dem leicht entflammbaren Material gefertigt. Mit der Entdeckung von Kunststoffen auf Mineralölbasis wurden dieser und andere Bio-Kunststoffe rasch vom Markt verdrängt.

Materialien wie Bakelit auf Phenolharzbasis, Acrylglas – besser bekannt unter der Bezeichnung Plexiglas, Polyamid – Nylon und Perlon, Polystyrol – das gute alte Styropor und Polytetrafluorethylen – das Küchenwunder Teflon sollten das Material der Zukunft sein. Ab 1956 wurden mit Polyethylen und Polypropylen schließlich Kunststoffe für unterschiedlichste Zwecke mit verschiedenen Materialeigenschaften im großen Stil produziert.

Doch die katastrophalen ökologischen Folgen unserer plastikbasierten Welt wurden für uns alle rasch sichtbar: Eine massive Belastung der Meere durch Plastikmüll und Mikroplastik, eine Anreicherung von Biospehnol A und Weichmachern in Lebewesen, eine Verknappung von Ressourcen. Und so waren Bio-Kunstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ab den 80er Jahren als eine umweltfreundliche Kunstoffalternative wieder in aller Munde.

Plastik aus Mais? Klingt doch gut!

Aber ist es das wirklich? Wie Bio ist Bio-Plastik?

Mehr dazu in Teil 2: Die Energiebilanz von Bio-Kunststoffen

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