23.09.: Tante LeMi goes Müllverbrennungsanlage

Müll ist ein vergleichsweise neues Phänomen: obschon die Archäologie Scherben und nicht mehr Brauchbares kennt, war die gesamte Verstoffwechslung der Gesellschaft durch nahezu geschlossene Stoffkreisläufe gekennzeichnet. Erst konsumtive Weltbegegnung brachte eine lineare Funktion in den Umgang mit Dinglichem, weg von Zyklen, Kreisläufen, hin zum Aufbrauchen, Erschöpfen, Verzehren, Vernichten: dies ist die lateinische Bedeutung von ‚consumere‘. Im Konsum liegt also der Schwerpunkt auf das Vernichten, auf das Ende der Gegenstände gerichtet: Ich bin dasjenige Wesen, welches vernichten kann. Ein Sinnbild dieses gesellschaftlichen Stoffwechsels, der auf Vernichtung ausgerichtet ist, kann uns Primark sein: ich kaufe Kleidung, die ich nicht trage, die mir die Möglichkeit beschert, etwas Unbenutztes gleich in den stofflichen Aggregatzustand des Mülls hin zu überführen. Das Wegschmeißen dient wie der Kauf zum Finden einer Identität: im Wegschmeißen ist es der Prozess des Imageshapings, also eines gleichsam bildhauerischen Prozesses, das Wegschlagen von Überflüssigem, um die Form aus einem Formlosen herauszuarbeiten. Diese jetzt tote Teilidentität geben wir einem Bestattungsprozess anheim: entweder einer Bestattung in der Erde, einer Deponiebestattung, oder einer Feuerbestattung, der ritualhaften Transformation durch Feuer.

Am 23. September macht sich die Tante auf zu einer Forschungsreise in das Reich der industriellen Feuerbestattung: Eine Erde e.V. unternimmt eine Exkursion in die Müllverbrennungsanlage Krefeld! Wenn ihr also schon immer einmal einen Blick hinter die Kulissen der Müllentsorgung werfen wolltet, dann meldet Euch schnell zurück!

Exkursion in die MVA Krefeld
am Freitag, den 23.09.2016
um 15:00 Uhr
Dauer 1,5 – 2 Stunden
Kosten: los!

Ihr wollt an dieser Veranstaltung teilnehmen? Dann gebt uns bitte eine kurze Rückmeldung per Mail!

Grüße
Euer Lars von der Tante

 

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