Kohle satt

Der rostige Grill wird von den Spinnweben befreit und die frische Frühlingsluft mit den Aromen eines Waldbrandes begrüßt. Mit anderen Worten: Die Grillsaison ist eröffnet!

Unterm Rost

Kohle

Laut NaBu landen jedes Jahr etwa 300.000 Tonnen Holzkohle auf Deutschlands Grills. Da auf der Verpackung nicht gekennzeichnet ist, woher das Holz stammt, wissen die wenigsten, dass sie beim gemütlichen Grillen mit der Familie und den Freunden Tropenholz verfeuern. Doch leider stammt knapp zwei Drittel der benötigten Holzmenge aus Südamerika oder Afrika.

Das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) garantiert zwar, dass in der Holzkohle kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe enthalten ist, sagt aber nichts darüber aus, woher das Holz stammt und wie es erwirtschaftet wurde. Darüber gibt das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) Auskunft. Es kennzeichnet Holzprodukte, für die kein Tropenwald abgeholzt worden ist und deren Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Doch auch hier hat der Verbraucher keine endgültige Gewissheit.

Aber Kopf hoch! Nachhaltiger grillen geht, denn mittlerweile gibt es Alternativen.

So werden beispielsweise Briketts aus den Abfällen der Olivenölpressung, aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten hergestellt. Auch Grillprofis ließen sich davon überzeugen: Schnell entzündbar, lange Brenndauer und weniger Rauch und Funkenflug – da freut sich auch der Nachbar auf dem Balkon nebenan. Zudem gibt es noch fair gehandelt Briketts aus Kokos. Diese werden aus dem Abfall der Schalen und Stärke gewonnen. Und wer es regionaler mag, begibt sich auf die Suche nach deutscher Kohle aus Buchenholz.
Auch wenn die Kohlealternativen zuerst teurer erscheinen, relativiert sich der erste Blick darauf durch die bis zu dreifach höhere Brenndauer im Vergleich zu herkömmlicher Holzkohle. Das Anzünden mit Holzspänen, Reisig oder mit ölgetränktem Pressholz – statt chemischer Zündhilfen – rundet das Vergnügen dann ab.

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