Ein paar Gedanken

von Oliver Jansen

Mir kamen eben ein paar Gedanken nach dem gestrigen Themenabend bei ARTE zur Gesellschaft, Umwelt und Wissenschaft. Sehenswert! Einfach mal die ARTE-Mediathek besuchen.

Ich frage mal in die Runde: Ist es ausreichend die Verantwortung für eine Verbesserung der Verhältnisse in die Hände der Politik zu delegieren? Heißt das dann, dass ich so weitermachen kann wie bisher, solange der Gesetzgeber nichts unternimmt?

Ich denke nicht so. Ich bin als erwachsener Mensch selbst für mein Verhalten verantwortlich und investiere daher kein Geld in eine Industrie, die ohne Rücksicht auf Verluste Elend in Müll produziert. Durch mein Kaufverhalten bin ich mitverantwortlich für die Konsequenzen auf unsere (also auch Deine) Umwelt, sowie die Lebensbedingungen unserer Mitgeschöpfe.

Ich weiß, es ist nervig, weil unangenehm. Aber heutzutage kann niemand mehr behaupten: „Davon habe ich nichts gewußt.“ In der Realität heißt es wohl eher: „Davon wollte ich nichts wissen.“ Eine der (finanz)mächtigsten Industrien der Welt gibt schließlich Milliardenbeträge aus, um mir glauben zu machen, dass das Nahrungsangebot aus einer idyllischen und ethisch einwandfreien Herkunft stamme und dazu noch richtig gesund sei. Und allzu gerne habe ich diesen Versprechungen glauben geschenkt, da es bequem war und ich nichts an meinem Verhalten ändern mußte.

Irgendwann jedoch kamen erste Zweifel auf. Insgeheim wußte ich ja, dass ich verarscht werde, habe mich aber nicht so recht informiert. Aus Angst vor einer notwendigen Veränderung als Resultat der Fakten oder vielleicht auch einfach nur aus Faulheit? Doch durch die Zunahme an Veröffentlichungen über die Zustände in der konventionellen Landwirtschaft und industriellen Tierhaltung fiel es mir immer schwerer wegzuschauen.

Die Tatsachen erreichten mein Bewußtsein. Einmal darin angekommen hatte ich keine Wahl mehr. Ich mußte etwas tun. Denn ich will kein Arschloch sein. Ich bin nicht perfekt und werde es auch nie sein. Aber ich will besser werden. Und ich habe einfach kein Recht aus reinem Egoismus daran teilzunehmen, dass unser/Dein Grundwasser verseucht wird, unsere/Deine Luft verschmutzt wird, die Lebensgrundlagen der Menschen andererorts zerstört werden, wehrlose und empfindsame Tiere bestialisch gequält werden, undundund.

Was will ich jetzt eigentlich sagen? Mist, Faden verloren. Ach ja: beginne doch auch damit, bestimmte Dinge nicht zu kaufen. Fange an biologisch/natürlich angebaute Lebensmittel zu kaufen, auch wenn´s vielleicht mal ein bisschen mehr kostet, aber dafür hast Du ja andere Sachen nicht mehr gekauft und dadurch bereits gespart. Fange an, weniger Fleisch, Eier und Milchprodukte zu essen. Google mal nach „Flexitarier“. Für den Anfang. Vielleicht entwickelst Du dabei ja auch einen sportlichen Ehrgeiz. Steig um aufs Fahrrad. Vielleicht auch nur für alle Strecken z.B. unter 5km. Verbringe Deinen Urlaub in der Region anstatt nach Malle zu fliegen. (Was kennst Du eigentlich von Deiner Heimat?) Stelle Dir regelmäßig die Frage: „Was brauche ich eigentlich für ein erfülltes und zufriedenes Leben?“ Ganz sicher kein RTL.

„Lies doch mal was.“ – Loriot

Es gibt mittlerweile schon so viele Menschen (wenn auch relativ betrachtet zu wenige), die sich um all diese Dinge Gedanken machen und versuchen etwas umzusetzen und mit denen man sich austauschen kann. Dabei lernst Du sogar neue und interessante Leute kennen. Es ist auch nicht schlimm, wenn Du es nicht schaffst, etwas bis in die letzte Konsequenz umzusetzen. Was zählt ist der Wille und es praktisch zu versuchen.

Veränderung kann richtig Spaß machen, einen tieferen Sinn erschaffen. Kurzum: mach doch einfach mit. Warte nicht darauf, dass die Anderen etwas tun.

Feel good, go green!

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